Die Kirche, die zu Ehren Johannes des Täufers geweiht ist, ist in Uglich wegen der dramatischen Geschichte ihrer Entstehung bekannt. Der Tempel der Geburt des Heiligen Johannes wurde in zwei Jahren, von 1689 bis 1690, mit Mitteln des jaroslawischen Kaufmanns Nikifor Grigorjewitsch Tschepolosow errichtet. Er widmete sie dem Andenken seines sechsjährigen Sohnes, der tragisch durch die Hände eines Dieners, des Aufsehers Rudak, ums Leben kam. Dieser Mann entführte den Jungen auf dem Weg zum Lehrer und hielt ihn zwei Wochen lang gefangen, in dem Versuch, den Kaufmann dazu zu bringen, seinen Sohn zu verleugnen. Der Junge zeigte Mut und erkannte den Entführer nicht als seinen Vater an, weshalb er getötet wurde. Nach seinem Tod geschahen mehrere Wunder: Das Messer fiel nur bei Erscheinen des Mörders aus der Wunde, und der Körper des Jungen blieb unverwest. Den Eltern erschien Wanja im Traum und bat, den Peiniger nicht zu bestrafen, und dieser wurde am Leben gelassen, soll aber später 'von Würmern zerfressen' worden sein. Der Tempel wurde zum Gedenken an den kleinen Märtyrer geweiht.
In den 1960er Jahren wurde während einer Renovierung im nördlichen Seitenschiff der Kirche zufällig eine Nische mit unverwesten Reliquien Wanja Tschepolosows entdeckt. Aufgrund der Bedeutung des Tempels wurde das Projekt zum Bau eines Wasserkraftwerks in Uglich geändert, um die Kirche nicht zu überfluten. Das Kraftwerk wurde schließlich weiter flussaufwärts an der Wolga gebaut. Die Kirche wurde 1935 geschlossen und für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Von 1961 bis 1970 wurde sie nach den Plänen des Architekten Semjon Jewgenjewitsch Nowikow restauriert. Die gefundenen Reliquien des Jungen wurden später in die Korsun-Kirche übertragen, wo sie sich bis heute befinden.
Im Jahr 2007 wurde der Tempel der Russischen Orthodoxen Kirche zurückgegeben und dem Woskressenski-Kloster übergeben. Allerdings ist er die meiste Zeit geschlossen und kann nur von außen besichtigt werden. Der Tempel hat einen hohen historischen und künstlerischen Wert. Es handelt sich um eine klassische fünfkuppelige Kirche mit Seitenschiffen und einem Glockenturm mit Zeltdach, der auf einem hohen Sockel errichtet ist. Das originale Portal der Kirche ist auf dem Gemälde von Nikolai Rerich aus dem Jahr 1904 'Uglich. Das Portal der Kirche Johannes des Täufers' abgebildet. Die Fassaden des Tempels, wie auch im Alexejewski-Kloster, sind mit bunten Fliesen geschmückt. Im Jahr 1840 wurde der Tempel vom uglichischen Ikonenmaler Dmitri Grigorjewitsch Burenin ausgemalt.
Die Kirche des Täufers beeindruckt mit ihrer Schönheit. Sie sieht sowohl aus der Ferne als auch vor den weißen Wänden des Woskressenski-Klosters prächtig aus. Im Sonnenlicht erinnern ihre glänzenden Kuppeln und Türme an ein Märchenschloss, und die goldenen Wände spiegeln sich in der blauen Fläche der Wolga.
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