Die Kirche der Verkündigung der Heiligen Gottesmutter über den Heiligen Toren der Spaso-Evfimiev-Abtei galt im 17. Jahrhundert als eines der Hauptschmuckstücke des Klosters. In der Literatur wird ihr jedoch wenig Beachtung geschenkt, möglicherweise wegen ihres heutigen bescheidenen Erscheinungsbildes. In einer Quelle des 19. Jahrhunderts wird erwähnt, dass es sich um eine einschiffige Kirche handelt, in der die Gottesdienste selten stattfinden, da eine steile Treppe dorthin führt und der Tempel kalt ist, ohne Öfen. Es wird auch behauptet, dass die Kirche nicht alt ist, da sie im Verzeichnis von 1660 nicht erwähnt wird.
Diese Informationen, obwohl sie wichtige Details enthalten, verzerren das Bild der Verkündigungskirche. Die erste Erwähnung findet sich im Verzeichnis von 1628-1630, wo von der steinernen Kirche der Verkündigung und dem Altar des Johannes des Schriftstellers der Leiter gesprochen wird. Diese Informationen geben keine genauen Daten über ihr äußeres Erscheinungsbild oder das Baujahr, was eine umstrittene Frage bleibt. Es wird vermutet, dass die Kirche zwischen dem Ende des 16. Jahrhunderts und 1653 erbaut worden sein könnte. Steinige, vielschiffige Tempel, zu denen sie gehört, sind seit den 1620-1630er Jahren bekannt. Zum Beispiel die Kirche der Himmelfahrt der Heiligen Gottesmutter in Uglich und die Kathedrale des Alexejev-Klosters.
Ursprünglich harmonierte die Verkündigungskirche mit den Klostertürmen und dem Speisehaus der Himmelfahrtskirche. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts änderte sich jedoch ihr Erscheinungsbild. Die Ähnlichkeit in Komposition und Dekor lässt vermuten, dass sie von derselben Meistergruppe umgebaut wurde, die die steinernen Mauern und die Krankenhauskirche des Heiligen Nikolaus errichtete. In der Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt der Tempel sein modernes Aussehen. Im Verzeichnis von 1722 wird von einer steinernen Kirche mit fünf Kuppeln berichtet, die mit Schindeln bedeckt sind. 1764 wurden weitere Veränderungen dokumentiert: ein hölzerner Achteck und eine bemalte Kuppel. Später wurde das Achteck durch eine flache Decke ersetzt, und der Altar des Johannes des Leiters wurde wahrscheinlich Teil des Speisehauses der Himmelfahrtskirche.
Heute stellt die Verkündigungskirche einen kleinen Würfel über einem der Durchgänge der Heiligen Tore dar. Im Osten schließt sich eine hohe dreiteilige Apsis an, im Westen eine Vorhalle unter einem hölzernen Dach. Die Dekoration aus formgepressten Ziegeln ist vielfältig und charakteristisch für die Mitte und das Ende des 17. Jahrhunderts. Die Hauptelemente umfassen figürliche Umrahmungen der Fenster, der Apsis und der Vorhalle sowie einen Schrein mit dem Bild des Erlösers. Über den Fenstern verläuft ein breiter geschnitzter Gesims, das an die Ausstattung der älteren Glockenkirche der Geburt Johannes des Täufers erinnert. Möglicherweise trennt das Fries das alte Mauerwerk von späteren Veränderungen, und der obere Gürtel ist mit dekorativen Kokoschniks und Feldern geschmückt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.