Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich in Tsarevschina das Anwesen des Generalstaatsanwalts A.A. Wjasemskij, der 1801 eine steinerne orthodoxe Kirche mit Glockenturm errichtete. In der Kirche gab es zwei Altäre: einen zu Ehren des heiligen Fürsten Alexander Newski und einen anderen, des heiligen Märtyrers Dimitri von Thessaloniki. Die Wohnhäuser für die Geistlichen waren öffentlich. Später erwarb Graf Nesselrode das Anwesen.
Tsarevschina wurde auch Dmitrijewskij genannt, wahrscheinlich wegen eines der Altäre der Kirche oder zu Ehren des neuen Besitzers, unter dem das Dorf zu gedeihen begann. Laut den Daten von 1862 gab es in Tsarevschina 180 Höhlen und 1507 Einwohner. Im Dorf gab es ein Krankenhaus, eine Gießerei, eine Ziegelfabrik und zwei Brennereien, eine Sägewerk und zwei Mühlen. Die Viehzucht, insbesondere die Schafzucht, war gut entwickelt.
Das Dorf gehörte zum Wolskij Ujesd der Provinz Saratow und war das Zentrum der Tsarevschinskaja Wolost mit einer einzigen Bauernschaft. Zu Beginn der 1890er Jahre zog Graf A.D. Nesselrode in sein Anwesen in Tsarevschina, wo er eine der besten Bibliotheken Russlands mit über vierzigtausend Bänden sammelte. Unter ihm wurden im Dorf ein Waisenhaus, eine Schule und eine Bildungseinrichtung für die Kinder der Bauern eröffnet. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erreichte die Bevölkerung des Dorfes 2546 Menschen, von denen die meisten russisch-orthodox waren, während etwa 400 Menschen ohne Priester waren.
In den Jahren des Bürgerkriegs litt das Dorf stark unter Bränden, bei denen das Grafenanwesen und ein erheblicher Teil der Bibliothek verbrannten. In den 1920er Jahren wurde die Kolchose "12 Jahre RKKA" gegründet, ein Geflügelzuchtbetrieb und eine Spirituosenfabrik wurden eröffnet. Die lokale Kirche wurde in den 1930er Jahren geschlossen und zerstört.
Im Jahr 2005 wurde, mit der Segnung des Bischofs von Saratow und Wolskij Longin, in dem Dorf Tsarevschina eine Gemeinde zu Ehren des Heiligen Fürsten Alexander Newski gegründet. Auf Bitte der Gläubigen stellte die Dorfverwaltung einen Raum für Gottesdienste zur Verfügung. Nach Abschluss der notwendigen Renovierungsarbeiten wurde dort eine Kirche eingerichtet. Im Jahr 2005 fand in der Kirche die Weihe des Antimens und die erste Göttliche Liturgie statt.
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