Der Geschlecht Botkin erlangte weltweite Bekanntheit bereits Mitte des 19. Jahrhunderts dank Sergej Petrowitsch Botkin, einem herausragenden russischen Arzt. Er stammte aus einer alten Kaufmannsfamilie: Sein Vater, Peter Kononowitsch Botkin, war ein reicher Kaufmann 1. Gilde, Teemagnat und Fabrikbesitzer. Sergej Petrowitsch war das elfte Kind in der Familie und weckte beim Vater, der ihn als chancenlos ansah, nicht besonderes Interesse. Doch das Schicksal entschied anders. Obwohl er das Geschäft seines Vaters nicht fortsetzte, machte er den Namen auf andere Weise berühmt.
Sergej Petrowitsch erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung und ging, nachdem er das Medizinstudium abgeschlossen hatte, an die Front des Krimkriegs, wo er im Verband von Pirogow diente. Diese Erfahrung stärkte seinen Charakter und vermittelte ihm wertvolle Kenntnisse. Nach dem Krieg absolvierte er eine Praxis im Ausland und wurde mit 29 Jahren Professor und begann zu lehren.
Botkin widmete sich als einer der Ersten der systematischen Untersuchung gefährlicher Epidemien seiner Zeit. Er beschrieb als Erster genau die Symptome und die Natur der Hepatitis A, die später als „Botkin-Krankheit“ bezeichnet wurde. Sein Beitrag zur Entwicklung der russischen Medizin ist enorm: Er förderte die Schaffung der medizinischen Ausbildung für Frauen und die Gründung des Alexandrowskaja Krankenhauses, das heute seinen Namen trägt. Außerdem führte Botkin erfolgreich Behandlungen verschiedener Krankheiten an den Kurorten der Krim ein.
Die Arbeit des talentierten Professors blieb den Romanows nicht verborgen, die seine Aktivitäten unterstützten und ihn in die Position des Hofmediziner einluden. Sergej Petrowitsch behandelte die Kaiserin Maria Alexandrowna und viele bekannte Persönlichkeiten, darunter Dostojewski, Mendel Jew und Repin, mit einigen von denen er befreundet war. 1877 wurde er zum Geheimrat ernannt. Sergej Petrowitsch war zweimal verheiratet und hatte sieben Kinder. Sein Sohn Jewgeni wurde ebenfalls ein bekannter Arzt und wurde zusammen mit der Zarenfamilie erschossen. Sergej Petrowitsch starb am 24. Dezember 1889 und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.
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