Das Glockenturmensemble „Iwan der Große“, gelegen zwischen dem Sobornaja- und dem Iwanowskaja-Platz, dient als kompositorisches Zentrum des Kremls. Der Bau dauerte über drei Jahrhunderte, von 1505 bis 1815, und umfasst drei Objekte unterschiedlicher Epochen: den Glockenturm Iwan des Großen, die Uspenski-Glocke und den Filaret-Anbau.
Der Glockenturm wurde in den Jahren 1505-1508 vom italienischen Architekten Bonomo Friazino erbaut. Ein Jahrhundert später wurde ihm ein weiterer Glockenstock hinzugefügt, und er erreichte eine Höhe von 81 Metern. Dies belegt die Inschrift unter der Kuppel mit dem Datum 1600 und den Namen des Zaren Boris Godunow und seines Sohnes Fjodor. In den Jahren 1532 und 1552 wurde neben dem Glockenturm nach dem Entwurf des italienischen Architekten Petrok Maloj eine Kirche errichtet, die Ende des 17. Jahrhunderts zur Glockenstube umgebaut wurde und den Namen Uspenskaja erhielt. Im Jahr 1624 fügte Baschen Ogurtsow ihr einen Glockenturm mit einem Zeltdach hinzu, bekannt als Filaret-Anbau.
Im Jahr 1812 sprengten die sich zurückziehenden Truppen Napoleons das Ensemble, doch der Turm Iwan des Großen hielt stand. Die Glockenstube und der Filaret-Anbau wurden zerstört, aber in den Jahren 1814-1815 wurden sie in ihrem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Heute befinden sich im Glockenturm und in der Glockenstube 24 Glocken aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Im ersten Stock der Uspenski-Glocke befindet sich der Ausstellungsraum der Museen des Moskauer Kremls, in dem Kunstwerke aus der Sammlung des Kremls und anderen Museen Russlands und der Welt präsentiert werden. Im Glockenturm Iwan des Großen wurde ein Museum eröffnet, das der Geschichte des architektonischen Ensembles des Kremls gewidmet ist. In der Ausstellung sind originale Fragmente der weißen Steindekoration antiker Gebäude des Kremls zu sehen, die nur aus Chroniken bekannt sind. Der Besuch des Museums wird von Audioguides begleitet, danach können die Besucher auf die umlaufende Galerie treten und die Aussicht auf den Kreml und seine Umgebung aus der Höhe genießen.
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