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Andrej Bely in Berlin

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Der Dichter und Prosaiker Boris Bugajew, besser bekannt als Andrej Bely, kam im November 1921 nach Berlin. Er wohnte bis Oktober 1923 in einem Pension auf der Passauer Straße, bevor er, müde vom Leben in der "vergehenden Europa", nach Moskau zurückkehrte. Diese zwei Jahre nennen Literaturwissenschaftler "berlinerisches Boldino Belys", da er in Deutschland zahlreiche Gedichte, Prosa, Essays und Artikel schuf. In dieser Zeit litt Bely stark unter der Trennung von seiner ersten Frau, Aseja Turgeneva. Ein anderer russischer Emigrant in Deutschland, Wladislaw Chodasiewicz, schrieb darüber: „… ganz Berlin wurde zu einem neugierigen und bösen Zeugen seiner Hysterie.“

1925, bereits in Russland, veröffentlichte der Schriftsteller einen Essay über das Leben in Deutschland mit dem Titel „Eine der Stätten des Reiches der Schatten“.

Wer hier nicht alles trifft! Und einen Juristen aus Moskau, und einen Literaturkritiker aus dem neulich gegründeten Petrograd, und General Krasnow, und den fröhlich mit seiner grauen Mähne winkenden ehemaligen „bauern“ Minister W.M. Tschernow…

Die aus Russland Ankommenden decken sich hier mit Schuhen, Handschuhen, Mützen und Regenschirmen ein; sie erscheinen in wilden, schafartigen Mützen und abgetragenen Pelzen aus der Sowjetunion, um dann als Europäer hier wegzugehen…

„Hier ist der russische Geist: hier riecht es nach Russland!“

Und man wundert sich, gelegentlich die deutsche Sprache zu hören: Wie? Deutsche? Was machen sie in „unserer“ Stadt?

Geo-Punkt

Андрей Белый в Берлине

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