In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf Initiative des jekaterinburgischen Kaufmanns P.V. Cholkin ein Anwesen errichtet, das aus sechs Backsteingebäuden bestand: einem Hotel, einem Restaurant mit Geschäft, einem Wohnhaus, einem Billardzimmer, einem Flügel und einem Stall.
Das Anwesen befand sich auf einem großen rechteckigen Grundstück, wo die Gebäude entlang der südlichen und nördlichen Grenzen gruppiert waren. Alle Bauten waren durch eine hohe Backsteinmauer und dreiteilige Tore mit Durchfahrt und zwei Türen verbunden, die zur Straße Rosa Luxemburg führten. Diese imposanten Bauwerke spielten eine Schlüsselrolle im Erscheinungsbild dieses Teils des Viertels.
Im Hotel gab es ursprünglich 18 Zimmer, aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhöhte sich die Anzahl auf 26. Das „Amerikanische Hotel“ galt als eines der prestigeträchtigsten und teuersten in vorrevolutionärem Jekaterinburg. Es verfügte über Badezimmer, ein Billardzimmer, und der Küchenchef des Restaurants war ein bekannter Moskauer. Neben dem Restaurant gab es ein Café und eine Konditorei. Da unter den Gästen oft Ausländer waren, wurden nicht nur russische, sondern auch ausländische Zeitungen und Zeitschriften angeboten. Die Übernachtungskosten variierten von 80 Kopeken bis 4 Rubel pro Tag, während der durchschnittliche Preis für ein Zimmer in der Stadt von 75 Kopeken bis 2 Rubel betrug.
Das Gebäude des ehemaligen „Amerikanischen Hotels“ ist auch bemerkenswert, da sich hier 1918 die Ural-Notkommission zur Bekämpfung der Konterrevolution und des Sabotage befand. Am 12. Juli 1918 fand in Zimmer Nr. 3 dieses Gebäudes eine Sitzung statt, bei der die Entscheidung über die Vernichtung der Zarenfamilie getroffen wurde.
Die Innenräume des Gebäudes sind teilweise erhalten geblieben, was eine Seltenheit ist, da Gebäude aus dem 19. Jahrhundert oft umgebaut werden, während Stuck entweder zugemauert oder entfernt wird, wobei die Fassade unverändert bleiben kann.
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