Heute ist es kein Problem, Texte oder Bilder in großen Mengen sogar zu Hause auszudrucken: Man braucht nur Papier und Farbe, und der Drucker erledigt den Rest. Im 19. Jahrhundert gab es diese Möglichkeit natürlich nicht. Der Ingenieur aus Kursk, Mikhail Ivanovich Alisov, brachte jedoch eine Reihe bedeutender Neuerungen für seine Zeit ein. 1870 entwickelte er eine Maschine, die er "Schnelldrucker" nannte.
Ihre Einzigartigkeit lag in der einfachen Wechselbarkeit von Buchstaben und Zahlen, was es ermöglichte, nicht nur schnell Texte zu drucken, sondern auch physikalische Formeln, Tabellen und Spalten in die Seiten einzufügen. Im Durchschnitt konnten bis zu 60 Zeichen pro Minute eingegeben werden, was für diese Zeit eine beeindruckende Geschwindigkeit war. Später entwickelte Alisov eine Matrix, mit der man auf einmal eine ganze Auflage drucken konnte. Allerdings gab es einen wesentlichen Nachteil: Die Matrix verschleißte schnell und musste alle 70-80 Kopien ersetzt werden.
Alisov schrieb über seine Erfindung: "Es ist notwendig, die schwere und undankbare Arbeit des Abschreibers zu ersetzen. Die Kosten des Apparats können so weit gesenkt werden, dass er für das Arbeitszimmer selbst eines nicht wohlhabenden Menschen zugänglich wird." Zum ersten Mal wurde der "Schnelldrucker" 1873 von Mikhail Ivanovich auf der Weltausstellung in Wien präsentiert, wo seine Erfindung einen starken Eindruck auf ausländische Kollegen hinterließ. Später machte der Kursker Wissenschaftler jedoch einen schwerwiegenden Fehler, indem er seine Maschine erst drei Jahre später anmeldete. Diese Zeit reichte den deutschen Ingenieuren aus, um die Konstruktion des "Schnelldruckers" zu studieren und einige technische Lösungen für ihre Entwicklungen zu nutzen.
In Russland fand die Setzmaschine aufgrund der damaligen Gesetzgebung keine breite Anwendung. Alisovs Maschinen wurden den Druckmaschinen gleichgestellt, was die Einhaltung von Zensurvorschriften erforderte. Nur wenige wollten sich mit der Gendarmerie auseinandersetzen, weshalb die Apparate nur in begrenzter Stückzahl hergestellt wurden. Erstaunlicherweise führte dieses rechtliche Hindernis zu einem umgekehrten Effekt: Der "Schnelldrucker" wurde aufgrund seiner Einfachheit, schnellen Eingabe und Drucks bei Revolutionären populär, die ihn zur Veröffentlichung von Proklamationen und Flugblättern nutzten.
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