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Tag des heiligen Johannes von Russland

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Jedes Jahr Anfang Juni feiert das orthodoxe Griechenland einen besonderen Feiertag - den Gedenktag des heiligen Johannes von Russland. In der Kirche auf der Insel Euböa, wo seine Reliquien aufbewahrt werden, versammeln sich Tausende von Pilgern. Doch die Geschichte dieses Heiligen begann weit weg von Griechenland - im Russland der Peterszeit, im Feuer des Nordischen Krieges.

Johannes diente als einfacher Soldat in der Armee Peters I. Während eines der Kämpfe wurde er gefangen genommen und landete in Kleinasien, wo sein Herr ein türkischer Militärführer wurde. Das Leben des Gefangenen war hart: Erniedrigungen, grobe Arbeit, ständiger Druck, den Islam anzunehmen. Doch Johannes brach nicht.

Er antwortete einfach und fest: „Gott kann man überall dienen.“ In der Gefangenschaft kümmerte er sich um das Vieh, lebte im Stall, besuchte aber heimlich die christliche Kirche und zeichnete sich durch eine solche Güte aus, dass er sogar unter Muslimen Respekt genoss. Sein Herr hörte schließlich auf, ihn zur Abkehr zu zwingen.

Johannes starb um 1730. Nach seinem Tod begannen Wunder zu geschehen, und die Kirche ehrte ihn als Heiligen. Die unversehrten Reliquien wurden im 19. Jahrhundert auf die griechische Insel Euböa gebracht - dorthin, wo er den Orten seiner Schicksalsheimat am nächsten war.

Heute wenden sich die Gläubigen mit Gebeten an Johannes von Russland, um Frieden, Schutz für die Krieger und Hilfe in Prüfungen zu erbitten. Seine Geschichte handelt nicht von lauten Heldentaten, sondern von stillem Mut eines Menschen, der sich dort bewahrte, wo andere zerbrachen.

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