In der Vergangenheit befanden sich an der Ecke der Mochowaja- und Tverskaja-Straße steinerne Mehlgeschäfte, und in der Mitte der 1890er Jahre war hier die Gaststätte "Balaklawa" untergebracht. Einige Jahre später ging das Eigentum an die Warwarinskoje Aktiengesellschaft der Hauseigentümer über, die 1900 mit dem Bau eines erstklassigen Hotels nach den Plänen des Architekten Alexander Wasiljewitsch Iwanow begann. Iwanow, der bereits in Moskau bekannt war, hatte zuvor das Gebäude des Büros der Twerer Manufaktur Morosows in der Warwarka und das Haus der Versicherungsgesellschaft "Russland" am Lubjanka-Platz erbaut. Das Hotel, das den Namen "National" erhielt, öffnete 1903 seine Türen für die ersten Gäste.
Die Fassaden des Gebäudes sind in einer Mischung aus Stilen gestaltet: Neorenaissance, Neoklassizismus und Jugendstil, was ihnen einen einzigartigen Charakter verleiht. Bei der Ausstattung wurden Naturstein, Keramikkacheln, Stuck und glatte Putzarbeiten verwendet. Der Eckturm war mit einem majolikaartigen Wandbild "Apollo und die Musen" geschmückt, das in der Moskauer Butyrka-Keramikfabrik von S. I. Mamontow "Abramtsevo" von den Künstlern S. V. Tschechonin und A. J. Golowin geschaffen wurde. Nach der Revolution wurde es durch ein Wandbild mit industriellem Thema nach Entwürfen von F. I. Rerberg ersetzt, das ebenfalls in der Fabrik "Abramtsevo" hergestellt wurde.
Die Innenräume des Hotels beeindruckten mit Luxus: Marmortreppen, Mosaikböden, Buntglasfenster, Figuren von Atlanten bei den Aufzügen und bemalte Decken. Die Möbel in den Zimmern waren aus edlen Holzarten gefertigt. Das Hotel war mit modernen technischen Neuerungen ausgestattet: elektrischen Aufzügen, Telefonen und einer Dampfwärmeanlage. Viele Zimmer hatten Badezimmer und WCs.
Der Aufenthalt im Hotel war nicht billig (bis zu 25 Rubel pro Nacht), aber es war bei wohlhabenden Industriellen, Kaufleuten und ausländischen Diplomaten beliebt. 1913 wohnte hier der Onkel von Nikolaus II., Großherzog Alexander Michailowitsch. Auch bedeutende Persönlichkeiten der russischen Kultur wie Fjodor Schaljapin, Iwan Bunin, Anna Pawlowa und Nikolai Rimski-Korsakow besuchten das Hotel.
Nach 1917 änderte sich das Schicksal des Hotels. Während der Oktoberkämpfe wurde das Gebäude durch Artilleriebeschuss beschädigt. Nach der Verlegung der Hauptstadt von Petrograd nach Moskau wurden hier vorübergehend Mitglieder der Sowjetregierung untergebracht: Lenin, Sverdlov, Trotzki und Derschinski. Das Hotel wurde zum "1. Haus der Sowjets", einem Wohnheim für Funktionäre der neuen Macht. Der Status des Hotels wurde Anfang der 1930er Jahre wiederhergestellt, und gleichzeitig wurde der Name "National" festgelegt. Im Gebäude wurde eine umfassende Renovierung durchgeführt, die sein äußeres Erscheinungsbild veränderte: Die unteren Etagen wurden in Granitfarben neu gestrichen, und die Eichenfensterrahmen wurden durch Aluminiumrahmen ersetzt. Das Hotel wurde mit Möbeln aus den Palästen von Anichkow und Zarskoje Selo ausgestattet.
1974 wurden die Decken zweier Säle im zweiten Stock mit Deckenmalereien des Künstlers I. V. Nikolaev im klassischen Stil mit Elementen der Schule von V. A. Favorowski geschmückt. In den Ornamenten der Decken sind Merkmale der Ästhetik "Welt der Kunst" zu erkennen, was die Verbindung zu den Arbeiten der Künstlerfamilie Benois-Lanser unterstreicht, zu der auch der Autor selbst gehörte.
Im selben Jahr 1974 wurde das "National" in die Liste der geschützten Denkmäler der Geschichte und Kultur aufgenommen. Das Hotelrestaurant war ein beliebter Ort für die Intelligenz und die sowjetische Bohème.
Trotz zahlreicher Renovierungen in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren verfiel das Hotel. Ende der 1980er Jahre begann eine umfassende Rekonstruktion. Generalunternehmer wurde die österreichische Firma "Rogner", und das Restaurierungsprojekt wurde von den Architekten aus Österreich V. Hoffelner und E. Survillo entwickelt. Russische Spezialisten von "Mosprojekt-2" waren ebenfalls an der Restaurierung beteiligt. Alle Arbeiten wurden 1995 abgeschlossen, und das renovierte Hotel öffnete erneut seine Türen für Gäste, darunter Präsidenten, Mitglieder königlicher Familien und bekannte Kulturpersönlichkeiten.
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