Die Dorferneuerung und die Schaffung eines attraktiven Lebensraums.
In Russland gibt es Beispiele, wenn auch wenige, wo Dörfer, kleine Siedlungen oder Städte florieren. Dort gibt es Arbeit und Infrastruktur, aber selbst an solchen Orten wird oft über einen Umzug nachgedacht. Wie kann man also erreichen, dass sich ein Dorf verwandelt, die Bevölkerung wächst und niemand wegziehen möchte, sondern stolz auf seinen Ort ist und hier seine Zukunft aufbaut? Vjatskoje im Nekrasowski Bezirk der Oblast Jaroslawl ist genau so ein Ort. 2010 lebten hier etwa 800 Menschen, jetzt sind es 1200, und die Bevölkerung wächst weiter.
Dieses Wunder geschah dank des zufälligen Auftauchens eines Wochenendhausbesitzers. Oleg Scharow, gebürtig aus Jaroslawl, Mathematiker und Unternehmer, beschloss, den früheren Glanz von Vjatskoje wiederherzustellen. Vor der Revolution war dies ein blühender Ort, an dem die Bauern in großen Steinhäusern lebten, die berühmten Vjatskoje-Gurken anbauten und auf Märkten handelten. Oleg und seine Frau kauften ein altes Haus als Wochenendhaus und restaurierten es. Dann setzten sie die Restaurierung anderer Häuser fort und beschlossen schließlich, das gesamte Dorf wieder zum Leben zu erwecken.
Heute gibt es in Vjatskoje bereits 15 Museen, Hotels, Produktionsstätten, Läden und ein Restaurant. Hier werden wieder Fässer mit Gurken eingelegt und viele lokale Produkte hergestellt. Sogar die Apotheke im Dorf sieht aus, als stamme sie aus dem 19. Jahrhundert. Vjatskoje wurde als "das schönste Dorf Russlands" bezeichnet und 2019 in die vorläufige Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Jährlich besuchen etwa 300.000 Touristen das Dorf, was es ihm ermöglicht, von den Geldern der Gäste zu leben. Und das, obwohl Vjatskoje nicht auf den touristischen Routen liegt.
Die Menschen kommen hierher und kaufen Häuser aus Jaroslawl, Moskau und anderen großen Städten sowie aus dem Ausland. Aber das Erstaunlichste ist, dass es Oleg Scharow und seinem Team gelungen ist, die Denkweise der Einheimischen zu verändern. Jetzt hört man hier nicht mehr "Es ist Zeit zu gehen".
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