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Chagalls Glasfenster in Chicago

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Im Jahr 1977, im Auftrag der Stadt Chicago und anlässlich des zweihundertjährigen Bestehens der USA sowie zum Gedenken an den herausragenden Bürgermeister von Chicago, Richard J. Daley, schuf Marc Chagall einen Zyklus von Glasfenstern mit dem Titel „Fenster Amerikas“. Dieser Zyklus, bestehend aus sechs Paneelen mit einer Höhe von etwa 2,5 Metern und einer Gesamtlänge von fast 10 Metern, ist heute im Art Institute of Chicago zu sehen.

„Fenster Amerikas“ stellen eine erstaunliche Kombination aus historischen Bildern Amerikas, seiner Kultur und Lebensweise mit religiösen Symbolen und nostalgischen Erinnerungen des Künstlers an sein Heimatstadt Witebsk und andere ihm teure Städte dar. Hier verweben sich die Silhouetten der Straßen Chicagos, die Freiheitsstatue, die einsamen Gassen von Witebsk mit schwebenden Verliebten, der Eiffelturm und der Kopf eines biblischen Esels. Diese Elemente, wie Teile eines magischen Kaleidoskops, schaffen faszinierende Bilder von Amerika, wie Chagall es sah.

In seinem Werk vereinte Chagall das Streben Amerikas nach Unabhängigkeit mit vier Kunstformen: Musik, Malerei, Theater und Tanz. Das erste Paneel ist der Musik gewidmet, darauf sind eine Partitur, eine Geige und ein Musiker abgebildet. Das zweite Paneel symbolisiert die bildende Kunst mit einer Staffelei, Pinseln und Details von Gemälden. Die dritten und vierten Paneele, die das Herz der Komposition bilden, sind der Unabhängigkeit der USA, ihrer Einzigartigkeit und Geschichte gewidmet. Das fünfte Paneel öffnet ein „Fenster“ zum Theater, und auf dem sechsten ist ein leidenschaftlicher Tanz dargestellt. In diesen von Chagall in der Dämmerung seines Lebens geschaffenen Glasfenstern sind Echoes früherer Arbeiten zu spüren, wie die Malereien für das Moskauer Jüdische Kammertheater von 1920, aber sie zeigen auch die Reife des Meisters, bereichert durch Lebenserfahrung und mit einem hellen Blick auf die Welt.

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