„Kuntsevo“, ein ehemaliges Adelsanwesen, liegt im Gebiet des Filjowski Parks in Moskau. In den Jahren 1690 und 1865 gehörte es den Naryshkins und ist ein Objekt des kulturellen Erbes von föderaler Bedeutung.
Nach dem Strelzi-Buntt im Jahr 1690 ging das Dorf Kuntsevo, das zuvor den Miloslavskys gehörte, an die Naryshkins, insbesondere an Lew Kirillowitsch Naryshkin, den Onkel von Peter dem Großen. 1744 begann sein Sohn Alexander mit dem Bau einer steinernen Kirche im Namen der Gottesmutter, an deren Stelle 1913 eine neue errichtet wurde. Unter Alexander wurde auch ein großes Haus gebaut, ein Garten mit Alleen angelegt und Gewächshäuser geschaffen.
Das Anwesen lag an einem hohen Ufer der Moskwa und war über eine gerade drei Kilometer lange Allee aus Pokrowskoje zu erreichen, die an der Znamenskaja-Kirche endete. Diese Allee entspricht der heutigen Bolschaja Filjowskaja Straße. 1818, anlässlich des Besuchs des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., des Vaters der Großfürstin Alexandra Fjodorowna, in Moskau, errichtete Alexander Ljwowitsch Naryshkin ein Denkmal zu Ehren dieses Ereignisses.
1865 wurde das Anwesen zwischen Solodovnikow, Soldatenkov und Shelaputin aufgeteilt. Neuer Eigentümer wurde der Fabrikant und Mäzen Kosma Terentjewitsch Soldatenkov. Solodovnikow erhielt einen abgelegenen Teil mit Erdbauten am Ufer.
1874 baute Soldatenkov ein neues Haus im Anwesen und schmückte die Fassade mit Pilastern, einem Fries und Feldern. Vor dem Haus wurden Statuen von Juno und Jupiter sowie ein Marmordenkmal aufgestellt. Hier verweilten und schufen viele bekannte Persönlichkeiten wie L.N. Tolstoi, N.P. Ogarev, A.I. Herzen, M.A. Vrubel, A.K. Savrasov, I. Kramskoy und F. Pukireev. P.I. Tschaikowski, der Kuntsevo besuchte, schrieb das Lied „Solowuschka“, das er später in seinen Werken verwendete.
1960 wurde das Hauptgebäude des Anwesens unter staatlichen Schutz gestellt. Nach einem Brand im Jahr 1974 wurde das Haus abgerissen und 1976 aus Ziegeln wiederhergestellt. 1979 wurde das Anwesen mit dem Park als Denkmal der Garten- und Parkkunst von regionaler Bedeutung anerkannt. 1997 ging das Gebiet in den Besitz des Kultur- und Erholungsparks „Fili“ über und wurde ab 1998 Teil des naturhistorischen Parks „Moskworezkij“.
2015, nach einem weiteren Brand, begannen im Hauptgebäude Restaurierungsarbeiten mit dem Plan, einen Jugendpalast zu eröffnen.
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