Von der zentralen Straße in Rostow hat man einen Blick auf das älteste Wohngebäude der Stadt, das Anwesen aus dem frühen 19. Jahrhundert, das zuvor den Fabrikanten und Ehrenbürgern von Pereslawl, der Familie Temerins, gehörte. Das geräumige Herrenhaus ist im klassizistischen Stil gehalten und dezent dekoriert: Die Fassaden sind mit schlichter Rustizierung verziert, und in der Mitte befindet sich ein einfacher Giebel. Im Inneren des Hauses sind noch schöne Kacheln der Öfen, Stuckarbeiten und andere Elemente der alten Inneneinrichtung erhalten.
In der Nähe befinden sich die Ruinen der temerinschen Manufaktur, ein seltener Beispiel für ein Industriegebäude des 18. Jahrhunderts, sowie zwei Wirtschaftsgebäude: ein Stall und eine Küche. Im Erdgeschoss des Herrenhauses gab es einst eine Buffet, Vorratsräume und eine Garderobe, im Obergeschoss ein Wohnzimmer und Wohnräume.
Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts war die Familie Temerins eine der reichsten und einflussreichsten in Pereslawl. Im Jahr 1781 gründete der Kaufmann der ersten Gilde, Wassili Wassiljewitsch Temerin, eine Leinwandfabrik und bekleidete wichtige städtische Ämter. Von 1787 bis zu seinem Tod im Jahr 1789 war er der erste Bürgermeister des Pereslawler Magistrats. Sein Sohn, Alexei Wassiljewitsch, wurde 1797 Stadtoberhaupt von Pereslawl. Später hatte auch sein Sohn, Andrei Alexejewitsch, der das Herrenhaus baute, dieses Amt inne. Im Jahr 1848 wurde Andrei Andrejewitsch Temerin und seinem Bruder Peter Andrejewitsch, dem Ehrenbürger von Pereslawl, das erbliches Adelsrecht für ihren Beitrag zur Entwicklung der russischen Industrie verliehen.
Die Porträts der Mitglieder der Familie Temerins, geschaffen von dem Künstler Pawel Kalendas, sind jetzt in der Gemäldesammlung des Pereslawler Museums-Reservats zu sehen. Im ehemaligen Herrenhaus der Temerins befindet sich heute das städtische Wehrmeldeamt.
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