Einst erhob sich in der Stadt Tutajew, die sich heute in der Region Jaroslawl befindet, eine beeindruckende Villa mit für diese Gegend ungewöhnlichen maurischen Türmen. Sie gehörte dem bekannten Kaufmann Sergej Sorokin. Der Grund für die Wahl eines solchen Stils bleibt bis heute ein Rätsel, aber es gibt eine interessante Version. Man sagt, dass der Unternehmer die Nischni Nowgoroder Industrieausstellung von 1896 besuchte, wo er ein Pavillon sah, der ihm sehr gefiel. Er beschloss, ihn in seine Heimat zu bringen. Der Pavillon wurde gekauft, abgebaut und über die Wolga nach Jaroslawl transportiert.
Für die Ausstattung der Villa lud Sorokin die besten Schnitzer und Architekten der Region ein. Im Erdgeschoss wurde Eichen- und Kieferparkett verlegt, die Fassade mit Spiegelglas geschmückt, und das Gebäude erhielt Wasserleitungen, was zu dieser Zeit als Luxus galt. Die Wirtschaftsgebäude wurden im gleichen Stil errichtet: eine Kutsche, Scheunen, eine Waschküche, eine Kutscherwohnung und ein Stall. Gegenüber der Villa befand sich ein kleiner Brunnen, und dahinter, näher am Fluss, lagen Veranden, Pavillons und Tische für die Erholung im Freien. In dieser Form stand die Villa bis 1918, als sie nationalisiert wurde und der Eigentümer vertrieben wurde.
Glücklicherweise zerstörten die örtlichen Behörden die Villa nicht. In der Sowjetzeit wurde hier zunächst ein Erholungsheim und später ein Pionierlager untergebracht. Alles war mehr oder weniger in Ordnung bis in die 2000er Jahre, als das Gebäude schnell verfiel. Lokale Aktivisten versuchten, die Villa zu retten und schlugen Möglichkeiten zu ihrer Wiederherstellung vor, aber es wurde nichts unternommen. Jetzt sind von der Villa nur noch Ruinen übrig, und ein weiteres Denkmal unserer Architektur ist vom Erdboden verschwunden. Sehr schade!
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