Eines der schönsten Gebäude des alten Pereslawl ist das Haus der Kaufleute Pawlow, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert errichtet wurde. Es handelt sich um ein einstöckiges Gebäude mit einem kleinen zweiten Stock. In diesem Haus hat mehrfach Fjodor Iwanowitsch Schaljapin übernachtet.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte den Pawlows eine der erfolgreichsten Textilfabriken der Region, die sich auf das Färben und Bedrucken von Baumwollstoffen spezialisiert hatte. Später begann das Unternehmen, Pappe und Asbestplatten zu produzieren, die heute von der Fabrik „LIT“ hergestellt werden. Die Familie Pawlow war bekannt für ihre Großzügigkeit in der Wohltätigkeit, indem sie die Kirche und die städtische Gesellschaft unterstützte.
Das hölzerne einstöckige Herrenhaus im Jugendstil steht etwas zurück von der roten Linie der Straße und befindet sich fast gegenüber der Alexander-Newski-Kirche. Links vom Gebäude liegt ein großzügiger Park, der heute als städtischer Sommergarten genutzt wird. Auf dem Gelände des Anwesens sind zwei Backsteinhäuser und eine Kutsche erhalten geblieben, und vor der offenen Veranda sind die Überreste eines Brunnens.
Das Dach des Pawlowschen Herrenhauses wurde zu seiner Zeit zum Vorbild für die Pereslawler. Nach seinem Beispiel wurden die Dächer kleinerer Häuser in der Trudowoi-Gasse und der Labasnaja-Straße mit einer runden „japanischen“ Polizei und runden Dachfenstern gedeckt.
Der Besitzer des Hauses, der erbliche Ehrenbürger von Pereslawl und Fabrikant Sergej Petrowitsch Pawlow, war bekannt für sein Engagement in der Stadtverwaltung und Wohltätigkeit. Er half, Waisen zu unterstützen, stellte Mittel für die Ausbildung talentierter Kinder bereit und gab Mitgift für Bräute aus armen Familien.
Im Jahr 1882 überreichte er zusammen mit einer Delegation aus Pereslawl in Sankt Petersburg Alexander III. eine „treue Untertanenadresse“. Sergej Petrowitsch Pawlow und D.A. Kumanin schenkten der Zarin persönlich Muster ihrer Produkte, ein Stück Kumasch und Stoff.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute die Familie Pawlow eine Gefängniskirche und renovierte das mittlerweile verlorene Wladimir-Sretenski-Kloster. Vor der Revolution trug die Sowjetstraße den Namen Pawlowskaja.
Nach der Revolution wurde das Herrenhaus vom Pereslawler Kreisexekutivkomitee der Sowjets besetzt. Seitdem befinden sich in diesem Gebäude die lokalen Behörden, derzeit die Verwaltung des Pereslawler Stadtbezirks.
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