Der Adelsgeschlecht der Barjatinski galt einst als einer der ältesten in Russland, mit den ersten Erwähnungen aus dem 15. Jahrhundert. Doch in den vergangenen Jahrzehnten ist von ihrem umfangreichen Besitz fast nichts erhalten geblieben. Eine Ausnahme bildet der Palast im Dorf Marjino in der Region Kursk, der wunderbar erhalten geblieben ist. Dieser Palast wurde als Hauptwohnsitz der Fürstenfamilie erbaut und sollte ihren hohen Status demonstrieren.
Das Projekt der Herrschaft wurde 1811 vom kursker Architekten Karl Hofmann entworfen. Der Palast umfasste ein zentrales Gebäude und zwei angrenzende Flügel. Der Architekt wählte einen eklektizistischen Stil für das Gebäude. Die Barjatinski, die über ein beträchtliches Vermögen verfügten, scheuten keine Kosten für die Inneneinrichtung und erwarben teure Gemälde, antike Vasen, Skulpturen, Möbel und schufen eine reiche Bibliothek. Die Herrschaft war das Hauptmerkmal der Landschaft, beeindruckte aber auch mit ihrem Park und Teich. In dieser idyllischen Umgebung lebten die Barjatinski bis 1917.
Nach der Revolution wurde der Palast nationalisiert. Das Volkskommissariat für Aufklärung schickte eine Kommission, die die wertvollsten Kunstgegenstände beschlagnahmte und ins Ausland brachte, viele davon wurden später verkauft. Glücklicherweise zerstörten die Bolschewiken den Palast nicht, sondern richteten ihn als Sanatorium für die Mitarbeiter des ZK ein, also für die Parteielite. Dort, wo früher die Fürsten lebten, erholten sich nun die Gefolgsleute Kalinins. Der Allunionsälteste war hier und verfügte 1930 den Abriss der örtlichen Kirche sowie die Beseitigung des Familiengrabs der Barjatinski, an dessen Stelle ein Heizwerk und ein Kohlelager gebaut wurden.
In den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges erlebte die Herrschaft schwierige Zeiten. Es gab Gerüchte, dass Hitler den Palast seinem Favoriten Guderian schenken wollte, doch dazu kam es nicht. Vor dem Rückzug planten die Deutschen, das Gebäude zu sprengen, aber die Partisanen konnten es zurückerobern. Heute befindet sich in dem ehemaligen Anwesen der Fürsten ein Sanatorium für die Mitarbeiter der Verwaltung des Präsidenten, und der Park ist für Spaziergänge geöffnet.
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