Heute trägt das Gebäude 2 den Namen „Boyarskie Palaty der Union der Theatermacher“. Seit 1811, als die Universitätsdruckerei auf das Grundstück an der Ecke der Bolshaya Dmitrovka und des Strastnoy-Boulevards umzog, wurde das Gebäude Teil ihres Komplexes. Für die Druckerei wurden in den 1810er und 1820er Jahren zwei Hauptgebäude errichtet, das Druckgebäude und das Redaktionsgebäude. Das Nebengebäude des ehemaligen Anwesens der Vlasovs wurde zum Dienstgebäude der Druckerei.
Die genaue Funktion des Gebäudes zur Zeit der Druckerei, geschweige denn in früheren Perioden, bleibt unbekannt. Experten vermuten, dass es eine produktive und wirtschaftliche Funktion hatte. Es lässt sich jedoch mit Sicherheit sagen, dass das heutige zweigeschossige Gebäude 2 das älteste Bauwerk des Anwesens ist. Es handelt sich um die gewölbten Kammern aus dem späten 17. Jahrhundert, die später umgebaut wurden. Daher auch der moderne Name, der von den Theatermachern vergeben wurde. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude durch Anbauten erweitert, aufgestockt und an der Innenhofseite wurde eine Galerie mit Arkaden hinzugefügt, deren Bögen später zugemauert wurden.
Die Fassadenarkade könnte auf die Bekanntschaft des Architekten, der das Aussehen der Kammern veränderte, mit neoklassizistischen oder renaissancezeitlichen Vorbildern hinweisen. Der Architekt erreichte sein Ziel: hinter der klassischen Fassade mit halbrunden Bögen verbergen sich hohe Ziegelgewölbe der Moskauer Kammern des 17. Jahrhunderts.
In der Zeit der Sowjetunion waren die „Boyarskie Palaty“ ein Mehrfamilienhaus, in den 1960er Jahren wurden sie geräumt und dem Allrussischen Theaterverband übergeben. Das Haus überstand die Rekonstruktion in den Jahren 2000 und 2003, als die benachbarten Kammern (Gebäude 3) abgerissen wurden. An ihrer Stelle steht jetzt ein Gebäude, das eine Fantasie des Architekten zum Thema der mittelalterlichen Moskauer Kammern des 17. Jahrhunderts darstellt, in dem sich ein Fitnessclub befindet.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die „Boyarskie Palaty“ restauriert und die Arkade an der Fassade wurde freigelegt, die nun verglast ist.
Heute sind die „Boyarskie Palaty“ zu einem modernen Loft und kreativen Raum geworden, in dem sich junge Regisseure, Dramatiker und Schauspieler versammeln. In den alten gewölbten Räumen finden moderne Aufführungen, Performances, Ausstellungen und Kunstprojekte statt. Die Architektur des Gebäudes fördert die kreative Suche: Es gibt keine Bühne, und die Zuschauer folgen dem Geschehen, indem sie von einem Raum in den anderen wechseln.
Dies ist ein hervorragendes Beispiel für die Anpassung eines alten Gebäudes an moderne Bedürfnisse.
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