Die bekannte Ballerina wurde am 8. Januar 1910 im Russischen Kaiserreich geboren. Ihre Eltern waren Tänzer im kaiserlichen Mariinski-Theater, und von klein auf beobachtete Galina Ulanova die Welt des Balletts, plante jedoch nicht, ihr Leben damit zu verbinden. Ihre lebhafteste Kindheitserinnerung ist: „viel arbeiten und wenig schlafen“.
Als sie neun Jahre alt war, brachten ihre Eltern sie in die Petersburger Theaterakademie. Im Land herrschte Bürgerkrieg, und die Familie hatte finanzielle Schwierigkeiten. Die Akademie, die als Internat arbeitete, versorgte die Kinder mit Nahrung, Kleidung und Unterkunft. Nach ihrer Aufnahme konzentrierte sich Galina vollständig auf das Ballett.
Dank ihres Talents wurde sie nach dem Abschluss sofort Solistin im Leningrader Opern- und Balletttheater. Ihre Auftritte eroberten sofort die Herzen der Zuschauer, und herausragende Meister jener Zeit bewunderten ihr Talent. Man sagte, Ulanova sei wie aus einer anderen Dimension, und ihre Kunst mache die Welt besser. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt sie viele Briefe von der Front, in denen Soldaten und Sanitäter schrieben, wie ihre Kunst ihnen half, die Schrecken des Krieges zu überstehen.
Nach dem Krieg, als sich das Leben stabilisierte, tourte die sowjetische Truppe um die Welt. In Italien, Frankreich, England, Deutschland und den USA warteten die Menschen auf das Erscheinen Ulanovas, die zum Symbol des russischen Balletts wurde. 1956 wartete London ungeduldig auf die Ankunft des Bolschoi-Theaters. Die Menschen standen drei Tage vor dem Verkaufsstart in der Schlange. Jeden Abend war der Saal voll, und der Applaus ebbte lange nicht ab.
Zur Aufführung von „Giselle“ mit Ulanova in der Hauptrolle kam Elisabeth II. Wie es sich gehört, warteten die Zuschauer stehend und in Stille, bis die Königin ihren Platz einnahm. Dieses Ritual sollte sich auch nach der Vorstellung wiederholen, aber als sie zu Ende war, vergaßen alle den Monarchen und strömten mit Applaus zur Bühne.
Ihre letzte Rolle tanzte Galina Ulanova 1960 in „Chopiniana“. Danach unterrichtete sie bis zu ihrem Lebensende am Bolschoi-Theater. Galina Sergejewna verstarb am 21. März 1998.
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