Der Uglitscher Kreml, wie viele mittelalterliche Festungen, befindet sich auf einer Halbinsel, die sich zwischen der Wolga und den Flüssen Schelkowka und Kamenny Rutsch erstreckt. Zwischen Schelkowka und Kamenny Rutsch wurde ein Graben gegraben, der es ermöglichte, den Kreml von allen Seiten mit einer Wasserbarriere zu umgeben.
Die ersten Befestigungen an diesem Ort entstanden bereits im mittleren 10. Jahrhundert, als Fürst Jan Pleskowitsch von Fürstin Olga die Erlaubnis zum Bau einer Festung erhielt. Der ursprüngliche Kreml war aus Holz und von Wällen umgeben. Im Laufe der Zeit wurden die Verteidigungsanlagen mehrmals restauriert, und die letzte Rekonstruktion fand im 17. Jahrhundert statt. Danach verfielen die Mauern, Brücken und Türme des Kremls allmählich und wurden im 18. Jahrhundert abgerissen. Heute erinnern nur Fragmente des Grabens an die Festungsanlagen. Doch das Ensemble der Kremlgebäude ist erhalten geblieben, darunter die Fürstenpaläste, die Erlöser-Transfiguration-Kathedrale, die Kirche des Zarewitsch Dmitri, das Duma-Gebäude und der Glockenturm.
Die Fürstenpaläste des Uglitscher Kremls sind ein seltenes Beispiel für mittelalterliche zivile Architektur in Russland. Sie wurden im 15. Jahrhundert von Fürst Andrei Goryayev, dem Bruder von Zar Ivan III., errichtet. Bis heute ist nur der repräsentative Teil des Palastes aus großen Ziegeln erhalten geblieben. Die anderen Holzgebäude sind nicht erhalten. Im dritten Stock der Paläste befindet sich ein großer gewölbter Saal mit Malereien. Im zweiten Stock gibt es drei große Räume, und im ersten zwei Sockelräume. Zum repräsentativen Saal führt eine kunstvoll verzierte Treppe.
Im Jahr 1584 wurde die letzte Frau von Ivan dem Schrecklichen, Maria Nagaya, zusammen mit dem minderjährigen Zarewitsch Dmitri nach Uglitsch verbannt. In diesem Palast fand die Ermordung des Zarewitsch statt, was schließlich zum Ende der Dynastie der Rurikiden führte. Nach dem Tod des Zarewitsch wurden die Paläste verlassen und zerfielen allmählich, bis im 19. Jahrhundert eine Restaurierung durchgeführt wurde. 1892 entwarf der Architekt N.V. Sultanov eine kunstvolle Treppe für die Fürstenpaläste.
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