Das zweigeschossige Gebäude in Saratow an der Ecke der modernen Straßen Gorki und Kiseleva wurde 1874 erbaut und gehörte der Familie der Müller-Magnaten Reineke. Ursprünglich blieb es unvollendet. Im Jahr 1880 erwarb der Industrielle Emmanuel Ivanovich Borel das Gebäude und richtete darin das "Handelshaus E.I. Borel" ein.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fügte Borel ein drittes Stockwerk hinzu und erneuerte die Fassade gemäß den modischen Trends. Der Eingangsbereich des Gebäudes wurde mit glasierten Ziegeln verkleidet und mit eleganten Reliefs geschmückt, was es zu einer der architektonischen Sehenswürdigkeiten Saratows machte.
Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Gebäude, wie auch das restliche Eigentum der Familie Borel, beschlagnahmt. Heute befindet sich hier der alte Gebäudeteil der juristischen Fakultät.
Vor der Revolution war in diesem geräumigen Gebäude die angesehene Firma "A. Erlanger und Co." ansässig, die landwirtschaftliche Geräte und Materialien nach Saratow lieferte und Borel einen erheblichen Prozentsatz des Umsatzes für die günstige Lage im Stadtzentrum zahlte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war hier auch die Nordbank untergebracht.
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