Das Kolomenskoe-Reservat ist eines der größten in Moskau. In der Vergangenheit befand sich hier die Residenz der russischen Zaren, und durch diesen Ort gingen alle Schlüsselereignisse jener Zeit, beginnend mit der Zeit der Wirren 1612 und endend mit dem Aufstand unter Zar Alexei Romanow. Es ist bekannt, dass sich in Kolomenskoe die älteste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Moskau befand. Doch dieser Ort hat auch eine andere Seite der Geschichte, die nur aus städtischen Legenden, Gerüchten und Mythen bekannt ist. Es geht um den Stimmenbach, der sich im Reservat befindet.
Der Stimmenbach liegt im Zentrum des Reservats und teilt Kolomenskoe in zwei Teile, seine Länge beträgt mindestens einen Kilometer. Der Bach zeichnet sich durch große Tiefe und steile Hänge aus, und selbst im Sommer kann man unten einen nebligen Dunst beobachten. Einer Version nach ist der Name des Baches mit dem heidnischen Gott Weles verbunden, von dessen Namen sich der Name Wolosov ableitet, der später zu Golosov transformiert wurde. Es gibt auch eine andere Version, nach der der Name damit zusammenhängt, dass am Grund des Baches Stimmen zu hören sind, was durch die gute Akustik erklärt wird.
In heidnischen Zeiten wurde der Bach für Opfergaben genutzt. Heute sind hier zwei große Steine erhalten geblieben, die laut Heimatforschern Teil eines Altars sind und jeweils über eine Tonne wiegen. Den Überlieferungen nach verleiht der Frauenstein weibliche Kraft, während der Pferdestein bei männlichen Leiden hilft, und beide Steine sollen Glück und Zufriedenheit bringen. Die Herkunft dieser Steine bleibt ein Rätsel. Laut der Legende fand hier eine Schlacht zwischen Georg dem Siegreichen und einem Drachen statt, in deren Folge die Innereien des Pferdes zum Frauenstein wurden, während der Kopf zum Pferdestein. Wissenschaftler bestätigen die ungewöhnliche Zusammensetzung der Steine, bestreiten jedoch deren heilende Eigenschaften, da die Zusammensetzung keine solchen Eigenschaften aufwies. Dennoch ziehen die Steine weiterhin Anhänger der Volksmedizin an.
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