Die russische technische Denkweise war nicht nur mit der aus dem Ausland vergleichbar, sondern übertraf sie manchmal sogar. Ein leuchtendes Beispiel dafür sind die zahlreichen Erfindungen von Wjatscheslaw Ismailowitsch Sreznewski. Obwohl er als Philologe ausgebildet wurde, fand er seine wahre Berufung in der Ingenieurwissenschaft und war Autodidakt. Seit seiner Kindheit interessierte sich Sreznewski für Fotografie, studierte den Aufbau von Kameras und nahm aktiv am Russischen Technischen Verein teil.
Seine Sternstunde kam 1882, als sich der bekannte Asienforscher und Reisende Nikolai Prschewalski an die Gesellschaft wandte. Die Kameras, die er in seinen Expeditionen verwendete, fielen oft aus und waren für das raue Klima und die starken Temperaturschwankungen ungeeignet. Er bat die Ingenieure, die Kameras zu verbessern. Sreznewski entwickelte eine spezielle Kamera, die gegen Sand, Staub, Erschütterungen und Stürze resistent war, was Prschewalski sehr erfreute.
Weder der Reisende noch der Erfinder konnten ahnen, dass diese Kamera einen Durchbruch in der Weltwissenschaft darstellen würde. Ende des 19. Jahrhunderts modernisierte Sreznewski sie erheblich und schuf die erste Luftbildkamera der Geschichte, die später von unseren Piloten für die Luftaufklärung verwendet wurde. Leider gingen einige Zeichnungen ins Ausland, und bald erschienen in Europa ähnliche Geräte.
Doch Sreznewski gab sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. Bald erfand er eine wasserdichte Kamera für Meeresaufnahmen und eine spezielle Kamera zur Aufzeichnung der Phasen einer Sonnenfinsternis. Im Jahr 1916, als anerkannter Spezialist, schlug er vor, im Land ein Fotoinstitut zu gründen. Doch aufgrund des Ersten Weltkriegs, der nachfolgenden Revolutionen und des Bürgerkriegs zog sich die Umsetzung dieses Projekts über viele Jahre hin. Dennoch hinderte dies Wjatscheslaw Ismailowitsch nicht daran, ein weiteres Projekt zu entwickeln und den ersten inländischen Film zu schaffen. So entstehen Talente auf russischem Boden!
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.