Die Kirche im Dorf Ustja zeichnet sich durch ihre ungewöhnliche Architektur aus. Ihr Erscheinungsbild wurde nicht von Grund auf neu geschaffen, sondern nach einem leicht erkennbaren Vorbild gestaltet. In der Architektur kommt es oft zu Nachahmungen, aber in diesem Fall wurde die Kopie zu einem eigenständigen Meisterwerk, das möglicherweise sogar das Original übertrifft. Es handelt sich um die Auferstehungskathedrale des Erzbischöflichen Hofes in Wologda, die von 1772 bis 1776 erbaut wurde. Dieses Denkmal des späten Barock ist charakteristisch für Wologda und bedeutend für die Architekturgeschichte der Stadt. Das Gebäude hat eine ovale Form mit einem niedrigen Erdgeschoss, einer gewölbten Kuppel und vier halbrunden Kapellen, die mit zweigeschossigen Türmchen gekrönt sind.
Nach der Oktoberrevolution war die Kirche einige Zeit in Betrieb, wurde dann jedoch in ein Lager umgewandelt. In den 1930er Jahren gingen die südlichen Türme, die zur Flussseite zeigten, verloren, nur der nordwestliche und teilweise der nordöstliche blieben erhalten. Allmählich begann der gesamte Komplex des Auferstehungsgeländes zu verfallen. Der Pfarrer der Nikolauskirche, Vater Dimitri, erinnert sich traurig daran, wie das ehemalige Kirchenareal während der Feiern als öffentliche Toilette genutzt wurde. Glücklicherweise fanden sich in den 1980er Jahren Menschen, die den Wert des Ensembles erkannten, und die Gebäude wurden bis Anfang der 2000er Jahre konserviert. Als Vater Dimitri kam, um die Gemeinde wiederzubeleben, gab es hier nur Schlamm und Ruinen. Er versammelte die Gemeindemitglieder, hauptsächlich ältere Frauen, und bat sie zu beten. "Und das Gebet begann," erzählt der Priester. Allmählich, mit Gottes Hilfe, begann sich alles zu bessern. Das Gelände wurde geräumt, es fanden sich Wohltäter. Einer von ihnen half, die Kuppel zu installieren. Eines Tages bat ein örtlicher Journalist Vater Dimitri, von dem Wunder in der Kirche zu erzählen. Der Priester zeigte auf die Kuppel: "Hier ist es, das wahre Wunder, kein Geld, aber die Kuppel ist schon da!"
Jetzt finden in der Kirche regelmäßig Gottesdienste statt. Die Gemeinde ist klein, zur Messe kommen etwa fünfundzwanzig Personen. Mit Gottes Hilfe gelang es, den Zaun teilweise wiederherzustellen. Im Jahr 2006 wurde ein wichtiger Schritt zum Erhalt des Komplexes des Auferstehungsgeländes gemacht: Die Nikolaus von Myra Kirche wurde in die Liste der Objekte des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung aufgenommen und unter staatlichen Schutz gestellt.
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