Der Kathedraltempel des Erzengels Michael im Kloster wurde 1408 während der erneuten Eroberung der Stadt, diesmal durch Edigej, zerstört und bald darauf wiederhergestellt. 1535 gab es hier eine hölzerne Kirche des Erzengels Michael mit einer Kapelle des Propheten Elia, die mit Mitteln des Großfürsten Wassili Iwanowitsch erbaut wurde. 1560 wurde der erste steinerne Tempel errichtet, dessen Finanzierung von Fürst Iwan Michailowitsch Kubenski bereitgestellt wurde. 1636 wurde der Tempel von drei Seiten mit Vorhallen umgeben, und am Ende des 18. Jahrhunderts wurde das baufällige Gebäude abgerissen. Der Bau der neuen Kathedrale begann 1792 mit Mitteln der Bürger und wurde 1806 abgeschlossen. Die Innenausstattung dauerte noch etwa zwei Jahre, und 1808 weihte der Bischof Ksenofont Trojepolsky aus Wladimir die neue Kathedrale.
Trotz des Baujahres bewahrt der Tempel Merkmale der Architektur des mittleren 18. Jahrhunderts, und einige Elemente stammen sogar aus dem 17. Jahrhundert. Das hohe, säulenlose Gebäude mit fünf Kuppeln ist mit Rustika, geschnitzten Gesimsen und Friesen geschmückt. In der Kathedrale befand sich das Bild des Erzengels Michael, das 1812 der Abt des Klosters, Nikon, dem 5. Regiment der Wladimirischen Miliz übergab. Das Bild begleitete den gesamten Krieg und kehrte 1814 ins Kloster zurück. In der Mikhailo-Archangelski-Kathedrale sind viele Äbte begraben, darunter der Sohn des Klostergründers, der Schemamonk Fürst Dmitri Svyatoslavich, der 1269 starb. Im Tempel werden bis heute zwei alte Klosterikonen aufbewahrt, die als wunderwirksam verehrt werden. In der Sowjetzeit wurde die Innenausstattung der Kathedrale zerstört, und das Gebäude wurde als Ausstellungsräume des Museums genutzt, die dort bis heute sind. Vor einigen Jahren wurden jedoch in Absprache mit der Wladimirer Diözese wieder Gottesdienste im Tempel abgehalten.
In der Sowjetzeit wurde das Kloster geschlossen, und der Abtssitz wurde dank der Bemühungen des bekannten Architekten und Restaurators P.D. Baranowski in ein Museum umgewandelt. In anderen Gebäuden wurden verschiedene Einrichtungen untergebracht, zum Beispiel wurde im Kathedralgebäude eine Mühle eingerichtet. Im Laufe der Zeit nahm das Museum den gesamten Klosterkomplex ein und bleibt dort. In seinen Ausstellungen spiegelt sich die gesamte Geschichte des Jurjewischen Opolje wider, es wurden zahlreiche Ikonen, Gemälde, Kunst- und Alltagsgegenstände gesammelt. Man kann auch auf den Glockenturm steigen, um das Kloster aus der Höhe zu sehen und seine Ausblicke zu genießen.
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