Fedor Osipovich Schechtel war bekannt für seine Leidenschaft für originelles Design von Häusern, deren Projekte oft an alte russische Terema erinnerten. Es ist nicht verwunderlich, dass er für seine Familie ein Haus baute, das viele Fragen bei den Umstehenden aufwarf: Einige hielten es für eine Synagoge, andere für eine Kirche.
Der Bau von Schechtels Haus in der Ermolajewski-Gasse begann 1896 nach dem Tod seines fünfjährigen Sohnes, was den Architekten dazu veranlasste, seinen Wohnort zu wechseln. Fedor Osipovich entwarf das Projekt des Herrenhauses im gemischten Stil der Neugotik und des Jugendstils. Diese Stile harmonierten und wechselten von minimalistischen mittelalterlichen Türmen zu moderneren architektonischen Elementen. Die Innenausstattung des Hauses wurde mit Skulpturen und Gemälden von Freunden des Architekten, darunter Michail Wrubel, geschmückt.
Nach Abschluss des Baus zog die Familie Schechtel in das neue Haus, das oft von bekannten Zeitgenossen besucht wurde, wie Savva Morozov, Michail Wrubel, dem Künstler Isaak Lewitan und dem Opernsänger Leonid Sobinov. Schechtel war ein geselliger Mensch, und sein Haus war immer für Gäste geöffnet. 1904 fügte er dem Haus ein Atelier hinzu, was noch mehr Aufmerksamkeit auf seine Residenz lenkte.
Nach der Etablierung der sowjetischen Macht wurde das Herrenhaus den Eigentümern entzogen. Zunächst wohnte dort der Volkskommissar Bubnov, später nahm das Gebäude die Botschaft Uruguays auf, die dort bis heute ansässig ist. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Haus restauriert und ist nun an bestimmten Tagen für Besuche geöffnet, wenn dort Treffen und Führungen stattfinden.
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