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Sibirien durch die Augen von Anton Tschechow

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Eine Reise durch Sibirien hinterlässt auch heute viele Eindrücke, und im 19. Jahrhundert waren diese Gegenden noch erstaunlicher. Zu seiner Zeit waren sie der Schriftsteller Anton Tschechow beeindruckend. 1890 machte er sich auf den Weg nach Sachalin, um das Leben der dortigen Sträflinge zu beschreiben. Einen Teil des Weges legte der Schriftsteller zu Pferd zurück und hinterließ zahlreiche interessante Notizen. Besonders erstaunte ihn die geringe Bevölkerungsdichte der Ländereien. Je weiter er nach Osten vordrang, desto seltener traf er auf Dörfer: zuerst alle 20 Werst, dann alle 30 und schließlich sogar alle 40.

Im Mai 1890 erreichte Anton Pawlowitsch die erste große Stadt, Tjumen. Dort schickte er einen Brief in seine Heimat Taganrog und kaufte Lebensmittel ein. Doch nicht alle lokalen Produkte schmeckten ihm: „In Tjumen kaufte ich mir auf die Reise Wurst, aber was für eine Wurst! Wenn man anfängt zu kauen, hat man das Gefühl, man habe in einen Hundeschwanz gebissen, der in Teer getaucht ist. Pfui.“ Trotz alledem war die Reise nicht getrübt. Später erreichte Tschechow den Irtysch und war von der Weite des großen sibirischen Flusses beeindruckt, bemerkend, dass, wenn Ermak tatsächlich versucht hätte, ihn zu überqueren, er auch ohne Kettenhemd ertrunken wäre.

Anton Pawlowitsch hinterließ viele angenehme Erinnerungen an die Bauernhäuser. Er beschrieb die kristalline Sauberkeit der Hütten, die gute Einrichtung und besonders die Berge von Kissen auf den Betten, wobei er feststellte, dass die Einheimischen gerne weich schlafen. Insgesamt schrieb er mehr über die Menschen als über die sibirischen Schönheiten. Zum Beispiel war Tschechow überrascht, dass unter den lokalen Fuhrleuten keine ehemaligen Sträflinge zu finden waren und dass alle Touristen mit Respekt behandelt wurden: „Die Fuhrleute erinnern sich nicht daran, dass bei einem Vorbeigehenden etwas gestohlen wurde, wenn man die Sachen im Hof lässt, und auf die Frage, ob etwas gestohlen wird, antworten sie mit einem Lächeln.“

Mit großer Begeisterung erinnerte sich der Schriftsteller an die Großzügigkeit und Gastfreundschaft der sibirischen Frauen. In jedem Haus wurde er unweigerlich mit Pfannkuchen, Piroggen und Kalen empfangen, und das lokale Brot, das in großen Mengen gebacken wurde, nannte Tschechow das schmackhafteste. Letztendlich war Anton Pawlowitsch mit seiner Reise äußerst zufrieden. Wir hingegen sahen Sibirien des 19. Jahrhunderts durch seine Augen.

Geo-Punkt

Сибирь глазами Антона Чехова

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