Russische Stimme im Exil.
Schaljapin erlangte Popularität nicht nur als Sänger, sondern auch als herausragender Künstler, Meister der Verwandlung und der künstlerischen Sprache. Groß und stattlich, mit ausdrucksvollen Gesichtszügen und durchdringendem Blick hinterließ er einen bleibenden Eindruck in seinen besten tragischen Rollen wie der Müller, Boris Godunow, Mephistopheles und Don Quijote. Schaljapin beeindruckte das Publikum mit seinem leidenschaftlichen Temperament, indem er jede Note sorgfältig aussprach und für jedes Wort des Liedes präzise und aufrichtige Intonationen fand, während er auf der Bühne absolut organisch und authentisch blieb.
Seine Gastauftritte auf der kaiserlichen Mariinski-Bühne wurden zu echten Ereignissen im musikalischen Leben von St. Petersburg.
Während der Revolution von 1905 spendete er die Einnahmen aus seinen Auftritten an die Arbeiter. Seine Konzerte mit Volksliedern wie „Dubinuschka“ verwandelten sich manchmal in politische Demonstrationen. In den Jahren 1907 und 1908 tourte er in den USA und Argentinien.
Während des Ersten Weltkriegs eröffnete Schaljapin aus eigenen Mitteln zwei Lazarette für verwundete Soldaten, ohne seine Wohltätigkeit zu betonen. Sein Anwalt erinnerte sich: „Wenn sie nur wüssten, wie viel Geld von Schaljapin durch meine Hände geflossen ist, um Bedürftigen zu helfen!“.
1927 spendete er die Einnahmen aus einem seiner Konzerte an die Kinder von Emigranten, was in der Sowjetunion als Unterstützung der Weißen Armee wahrgenommen wurde. Infolgedessen wurde Schaljapin durch einen Beschluss des Sowjetministerrats der RSFSR den Titel des Volkskünstlers entzogen und die Rückkehr in die Heimat verboten. Im Exil litt er sehr unter der Sehnsucht nach Russland.
Während er weiterhin auf Tournee war, unternahm Schaljapin eine Weltreise und öffnete die russische Musikkunst der ganzen Welt.
Das Talent von Schaljapin beschränkte sich nicht nur auf Musik und Schauspielerei. Er versuchte sich in Malerei und Bildhauerei und hinterließ zahlreiche Porträts, Selbstporträts, Zeichnungen und Karikaturen. Auch zeigte er literarische Fähigkeiten und demonstrierte in seinen Werken scharfen Verstand, außergewöhnlichen Humor und scharfe Beobachtungsgabe.
Im Frühjahr 1937 wurde bei Schaljapin Leukämie diagnostiziert. Am 12. April 1938, im Alter von 66 Jahren, starb er in Paris.
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