Marc Chagall, eine bedeutende Figur in der Malerei des 20. Jahrhunderts. Er wurde oft als "Märchenerzähler" und als der Andersen der Malerei bezeichnet. Auf seinen Gemälden sieht man fliegende Menschen und Fische, Geiger, die auf den Dächern von Häusern spielen, und Verliebte, die irgendwo in der Nähe des Mondes küssen. Der Künstler erzählte gerne die Geschichte von seinem Großvater, der bei gutem Wetter auf das Dach der Hütte kletterte, es sich bequem machte und mit Freude saftige Karotten aß, die er mit Kompott herunterspülte. Das symbolisierte Freiheit, Abgeschiedenheit und das Gefühl, dass die ganze Welt in deiner Hand liegt. So entstand die Idee des Fliegens, und die Figuren Chagalls überwinden mühelos die Schwerkraft.
Der bekannte Maler wurde im Juli 1887 in Witebsk geboren. In den ersten Lebensstunden zeigte er keine Lebenszeichen, aber die Nachbarin, die Hebamme, konnte ihn wiederbeleben. Die Familie lebte in einem armen Viertel: Der Vater arbeitete als Hafenarbeiter in einem Heringslager, und die Mutter handelte mit Fisch. Sie hatten neun Kinder: sieben Töchter und zwei Söhne. Marc war schon immer vom Zeichnen angezogen, und als er von einer Reise nach Petersburg sprach, wurde er zunächst nicht verstanden, aber man hielt ihn nicht davon ab. Der Vater stellte aus seinen letzten Ersparnissen Geld für die Reise zur Verfügung und half bei der Beantragung eines vorübergehenden Ausweises, da es zu dieser Zeit eine Ansiedlungsgrenze für Juden gab. Der junge Chagall machte sich auf den Weg in die Hauptstadt und widmete sein Leben der Kunst.
Zunächst war es schwierig, aber auf seinem Weg traf er Menschen, die sein außergewöhnliches Talent erkannten und ihm halfen. Nikolai Rerich nahm ihn zur Ausbildung und gewährte ihm ein Stipendium. Der öffentliche Aktivist und Jurist M. M. Vinaver bezahlte Chagalls Reise nach Paris für seine berufliche Weiterentwicklung. Der Louvre, die Museen und Galerien der Stadt gaben ihm mehr, als die beste Kunstakademie ihm hätte bieten können.
Seit 1923 lebte Marc Chagall im Exil, arbeitete in Frankreich und den USA und reiste. Nach einer Reise nach Syrien und Palästina ließ er sich zu dem Buch "Biblische Erzählungen" inspirieren. Nach Russland konnte er nur kurz im Jahr 1973 zurückkehren.
Der Künstler starb im März 1985, nur zwei Jahre vor seinem 100. Geburtstag. Er wurde auf dem Friedhof in Saint-Paul-de-Vence beigesetzt.
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