Der russisch-orthodoxe Friedhof in Wiesbaden ist der älteste russische Friedhof in Europa, mit Ausnahme des Soldatenfriedhofs in Leipzig.
Im Jahr 1844 heiratete Herzog Adolf-Wilhelm von Nassau die Großfürstin Elisabeth Michailowna, die Tochter des Großfürsten Michael Pawlowitsch. Doch am 16. (28.) Januar 1845 starb Elisabeth Michailowna bei der Geburt zusammen mit ihrer neugeborenen Tochter. Erschüttert von dieser Tragödie beschloss Herzog Adolf, eine Kirche an ihrem Grab zu errichten. Der Bau der Kirche begann 1847, und die Mittel für ihren Bau wurden aus dem Brautgeld von Elisabeth mit Genehmigung von Nikolaus I. bereitgestellt. Die Kirche wurde am 13. Mai 1855 zu Ehren der heiligen gerechten Elisabeth, der Schutzpatronin der verstorbenen Prinzessin, geweiht.
Die Kirche wurde zum Versammlungsort der bereits in Wiesbaden bestehenden russisch-orthodoxen Gemeinde sowie für russische Gäste und Reisende, die im 19. Jahrhundert den beliebten Kurort besuchten. Kaiser Nikolaus II. und seine Frau Alexandra Fjodorowna besuchten während ihrer Reisen nach Deutschland die Gottesdienste in dieser Kirche. Zur Erinnerung an den Besuch des Zaren wurde im Tempel eine goldene Tafel angebracht. Später wurde die Gemeinde durch Mitglieder der Weißen Bewegung ergänzt, die emigrierten und sich in Deutschland niederließen.
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