Ursprünglich lebten im Dorf ausschließlich russischsprachige Orthodoxe, was der Gründer des Lagers, Erzbischof Seraphim, streng überwachte. Auf dem Gebiet der Siedlung fand lange Zeit das orthodoxe „Wladimirowo-Festival“ statt. In der letzten Viertel des 20. Jahrhunderts gab es in Wladimirowo mehr als dreißig Häuser. Mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts verkauften jedoch viele Russen ihre Häuser, und im Dorf kamen neue Bewohner, die manchmal nicht mit der russischen Welt verbunden waren. Jetzt kümmert sich Nikolai Lochmatow, Diakon der Kirche des heiligen Fürsten Wladimir, um die Wiederbelebung des Dorfes.
„Wir streben danach, Wladimirowo und seine orthodoxen Traditionen wiederzubeleben, damit hier wieder überwiegend russischsprachige, gläubige Menschen leben“, sagt Nikolai. Bereits jetzt zeigen die Bemühungen der Siedler unter der Leitung von Lochmatow Ergebnisse. Russische Landsleute kehren ins Dorf zurück, ihre Zahl übersteigt bereits eineinhalb Hundert. Der Bau einer russischen Schule hat begonnen, da eine neue Generation heranwächst. Die Siedler sind überzeugt, dass es bald viel mehr Schüler geben wird, denn in den Familien der Landsleute gibt es bereits fünf bis sieben Kinder.
Darüber hinaus wurde in Wladimirowo das Lager wiederbelebt. Jährlich besuchen mehr als siebzig Personen das Lager, und der Aufenthalt dauert etwa einen Monat. Im Lager herrschen strenge spartanische Bedingungen, aber das schreckt die Kinder nicht ab. In den Hütten gibt es keinen Luxus, nur Betten und Schlafsäcke, auf dem Gelände des Kinderzentrums sind Gadgets verboten, Disziplin ist erforderlich und man muss sich um die Jüngeren kümmern, da Kinder unterschiedlichen Alters zusammenleben. Während des Aufenthalts lernen die Kinder die russische Kultur und die Grundlagen des Orthodoxen Glaubens kennen und versuchen sich in Theater- und Musikkunst.
Die Bewohner von Wladimirowo nennen es „ein Stück Heimat im Ausland“. Hier erinnert alles an Russland: die Straßennamen (Puschkin, Sarowski, Tschaikowski), die Trikolore an den Briefkästen, die russischen Wappen an den Häusern, die Flora der mittleren Russland, Birken, Kamille, Löwenzahn. All dies wird begleitet vom Krähen des Hahns, dem faulen Bellen der Hunde und dem süßen Glockenläuten der örtlichen Kirche.
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