← Zum Feed · Karte

Der letzte Moskauer Adresse von Ivan Bunin

Фото 1
Im Jahr 1917 war Ivan Alexejewitsch Bunin bereits ein bekannter russischer Schriftsteller, unterstützte jedoch im Gegensatz zu vielen Kollegen die Februarrevolution nicht, da er sie als Vorboten zukünftiger Nöte betrachtete. Im Oktober desselben Jahres zog er mit seiner Frau Wera Muromtseva-Bunina in die Wohnung ihrer Eltern im Haus Baskakow. Dieser Ort wurde seine Moskauer Adresse, wo er mehrere Monate unter der neuen Macht verbrachte und begann, ein Tagebuch zu führen, das später die Grundlage für die Erzählung „Verfluchte Tage“ bildete.

Das 1914 von dem Architekten Olgerd Gustavowitsch Piotrowitsch errichtete Haus war ein mehrstöckiges Gebäude im klassischen Stil. An dieser Stelle stand zuvor ein Holzhaus der Witwe des Majors Kostomarow, in dem im Winter 1829/1830 Michail Jurjewitsch Lermontow mit seiner Großmutter lebte.

Der Umzug der Bunins in die Posharskaja-Straße fand am 9. November 1917 statt, als sich im Alexandrowski Junker-Kolleg junge Offiziere und Freiwillige versammelten, um gegen die Bolschewiki zu kämpfen, die die Provisorische Regierung gestürzt hatten. Die Hauptereignisse der November-Schlacht fanden an den Nikitskij-Toren statt, direkt unter den Fenstern der Wohnung der Bunins. In diesen Tagen waren die Türen des Hauses verbarrikadiert, und die Bewohner der benachbarten Wohnungen hielten abwechselnd Wache, um sicherzustellen, dass niemand Unbefugtes eindringen konnte. Nach der Niederlage der Junker weinte Bunin die ganze Nacht und nannte diesen Tag den unglücklichsten seines Lebens. Er nahm an der Beerdigung der gefallenen Weißen Garde teil und bemerkte seitdem die schrecklichen Veränderungen in Moskau: den moralischen Verfall, Plünderungen, Gewalt und Gesetzlosigkeit auf den Straßen.

Nicht in der Lage, unter der neuen Macht zu leben, verließ Bunin am 5. März 1918 Moskau. Er sah seinen älteren Bruder Julian nie wieder, der 1921 an Erschöpfung starb, und im Januar 1920 war er gezwungen, seine Heimat für immer zu verlassen.

Geo-Punkt

Последний московский адрес Ивана Бунина

Kommentare