Derzeit erinnert nichts in diesem massiven und tief in den Boden gehenden Gebäude an eine katholische Kirche. Nur der Zaun mit dem originalen Gitter, das 1899 aufgestellt wurde, und die pseudogotischen Elemente an den Flügeln weisen auf das Alter des Gebäudes hin.
Nach dem Vaterländischen Krieg von 1812 wurden die Grundstücke von den Schwestern Anna und Natalia Wasiljewna Petrowo-Solowo übernommen. Im Jahr 1839 wurden ihre Ländereien aufgekauft, und am 16. September desselben Jahres begann hier der Bau einer neuen Kirche. In das Fundament wurden Gold- und Silbermünzen aus dem Jahr 1839 gelegt. Der Architekt der Kathedrale war A.O. Schilyardi, der auch eine andere katholische Kirche in derselben Gasse baute. Schilyardi errichtete die Kirche im gotischen Stil mit einer Kuppel in der Mitte. In der Kirche gab es sechs Altäre, von denen einer, der dem heiligen Emilia gewidmet war, vom Architekten M.D. Bykowski zum Gedenken an seine verstorbene Frau geschaffen wurde. Die Weihe der Kirche fand 1845 statt.
Seit ihrer Errichtung galt die Kirche als deutsch, dann als polnisch-deutsch und seit Ende des 19. Jahrhunderts einfach als polnisch.
Während ihrer gesamten Existenz engagierte sich die Kirche Peter und Paul in der Wohltätigkeit: Es gab ein Waisenhaus St. Philipp, eine Wohltätigkeitsgesellschaft zur Hilfe für arme Katholiken, eine Bibliothek, und es wurden Wohltätigkeitskonzerte organisiert. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einem der Gebäude der Kirche eine Mädchenschule eröffnet, und heute befindet sich dort das Puschkin-Lyzeum. An der Kirche befand sich auch das „Polnische Haus“, das nicht nur Polen, sondern auch litauische, lettische und andere Katholiken vereinte.
Die Kirche Peter und Paul war an Scheidungsverfahren katholischer Familien beteiligt. Die Priester führten Versöhnungsgespräche und klärten alle Umstände, um festzustellen, ob die Ehepartner das Kirchenrecht verletzt hatten und ob sie dem kirchlichen Gericht unterlagen.
Die katholische Kirche wurde 1937 geschlossen. Die Priester wurden in Lager geschickt, wo sie starben. Nach der Schließung wurde das Gebäude als Kino übergeben, das jedoch nie in Betrieb ging. Während des Großen Vaterländischen Krieges fiel eine Bombe auf die ehemalige Kirche, und die Zerstörungen waren so groß, dass das Gebäude praktisch neu aufgebaut wurde, wobei nur wenig erhalten blieb.
Seit 1946 befindet sich hier das Institut „Giprocoalmasch“, das das Gebäude ebenfalls für seine Bedürfnisse umgebaut hat.
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