Das Boden- und Agrarwissenschaftliche Museum namens V. R. Williams ist eines der größten Bodenmuseen sowohl in Russland als auch weltweit. In seiner Sammlung sind Bodenproben vom Arktischen Ozean bis zum Äquator vertreten. Das Museum bietet Führungen, Vorträge und Workshops für alle Altersgruppen an.
Die Idee zur Gründung eines solchen Museums in Russland stammt von Wasilij Robertowitsch Williams, der 1894 Leiter der Abteilung für Landwirtschaft und Bodenkunde am Moskauer Landwirtschaftsinstitut (heute Moskauer Landwirtschaftsakademie benannt nach Timirjasew) wurde. Von April bis September nahmen Studenten und Dozenten der Akademie an Expeditionen teil, um Bodenproben zu sammeln und zu untersuchen. Ursprünglich war die Ausstellung in zwei Hörsälen untergebracht und wurde ständig erweitert.
Der offizielle Status erhielt die Sammlung erst 1934, und 1938 begann der Bau eines separaten Gebäudes für das Museum, was einen innovativen Schritt für das sowjetische Russland darstellte. Nach dem Tod von Williams 1939 wurde der Bau gestoppt, und der Krieg verzögerte die Arbeiten um mehrere Jahre.
1943 begannen die Mitarbeiter, aus der Evakuierung zurückzukehren, und trotz des schlechten Zustands der Räumlichkeiten nahm das Museum die Führungen wieder auf. In den 1950er Jahren wurde der Bau abgeschlossen, und die Ausstellung nahm zehn Säle mit einer Gesamtfläche von 1.700 m² ein. Doch bald wurde das Museum im Einklang mit dem neuen landwirtschaftlichen Kurs des Landes umgestaltet. Das Williams-Zimmer wurde geschlossen, und die Materialien zu seinem Weidebau-System wurden durch eine Ausstellung über Mais ersetzt. Dennoch setzte das Museum seine Aktivitäten fort.
Seit 1954 begannen wissenschaftliche Expeditionen, die ungenutzten und Brachflächen sowie die Böden der Nicht-Schwarzerde-Zone zu untersuchen. Im Museum wurde ein Labor eingerichtet, und die Forschung zur Bodenbildung begann. Die Sammlungen des Museums wurden aktiv erweitert. In drei Jahren wurden über 500 Bodenmonolithen, etwa 2000 Bodenproben sowie Sammlungen von Pflanzen und Düngemitteln gesammelt. In den 90er Jahren sah sich das Museum aufgrund fehlender Finanzierung und Personalabbau Schwierigkeiten gegenüber.
Heute bleibt das Boden- und Agrarwissenschaftliche Museum namens V. R. Williams eines der größten der Welt. Seit seiner Gründung war es nicht nur geplant, die Vielfalt der Böden zu demonstrieren, sondern auch aktuelle wissenschaftliche und praktische Fragen der Bodenkunde und Landwirtschaft zu beleuchten sowie fortschrittliche Ideen in der Landwirtschaft zu fördern.
Viele Exponate, einschließlich der Bodenmonolithen und Proben, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gesammelt wurden, sind wertvolle "Denkmäler" der Natur. Sie ermöglichen es, die Veränderungen der Bodenbedeckung der Erde unter dem Einfluss natürlicher und anthropogener Faktoren zu studieren.
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