Dauerhaft dominierten unter den wenig gebildeten Schichten der Bevölkerung die Dienste von Hebammen. Doch Frauen ohne medizinische Ausbildung hatten oft Schwierigkeiten, die Aufgaben zu bewältigen. Dr. Nikolai Ivanovich Pobedinzki änderte die Situation grundlegend, indem er gegen Unwissenheit kämpfte. Als Absolvent der medizinischen Fakultät der Moskauer Universität arbeitete er seit seinem 26. Lebensjahr in einer geburtshilflichen Klinik und engagierte sich aktiv für die wissenschaftliche Aufklärung, indem er dazu aufrief, Hilfe in Krankenhäusern in Anspruch zu nehmen.
Im Jahr 1895 führte Pobedinzki als Erster in Russland erfolgreich einen Kaiserschnitt durch und begann, neue Methoden im Umgang mit Gebärenden einzuführen. Professor Malinowski erinnerte sich, dass Pobedinzki die Asepsis einführte, was nicht einfach war, da es erforderlich war, das Personal umzuschulen und Methoden zur Handhygiene und Sterilisation einzuführen. Mit seinem Namen ist die Einführung chirurgischer Methoden in die geburtshilfliche Praxis verbunden. Er forderte eine sorgfältige Beobachtung und Bewertung aller Besonderheiten jedes Geburtsfalls.
Diese Bemühungen trugen bald Früchte. Eines Tages bemerkte ein Bekannter von ihm aus dem anatomischen Theater mit schwarzem Humor, dass "aus der geburtshilflichen Klinik kaum Tote kamen, und das Einkommen ganz weg war". Später schrieb Pobedinzki ein "Kurzes Lehrbuch der Geburtshilfe", das so bedeutend wurde, dass es sieben Auflagen überstand.
Im Jahr 1906 übernahm er die Leitung des größten Entbindungsheims in Moskau. Später unterrichtete er an den Moskauer Höheren Frauenkursen, die zur zweiten MGU wurden. Bis zu seinem Tod im Jahr 1923 widmete er sich vollständig der medizinischen Aufklärung. Als angesehener Professor und Geburtshelfer wurde er auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.
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