Der erste Wasserturm in Kursk wurde 1873 in der Podvalnaya-Straße, heute bekannt als Pavlov-Straße, errichtet. Dieser Ort galt als der höchste Punkt der Stadt, und 1908 wurde neben dem Turm eine Feuerwehrstation gebaut.
Der Wasserturm wurde den Bewohnern am 1. Dezember 1873 vorgestellt, aber die offizielle Eröffnung der Wasserversorgung der Stadt fand erst am 16. Juli 1874 statt. Allerdings kam es nicht zu einem massenhaften Anschluss: Von 5010 Hausbesitzern schlossen sich nur 1200 an die Wasserversorgung an. Bis 1910 schlossen sich nur 80 Hausbesitzer dem System an, während etwa 400 außen vor blieben und es vorzogen, nicht für Wasser zu bezahlen. Der Historiker Wladimir Stepanow erwähnte ein Sprichwort aus jener Zeit: „Die Großväter lebten ohne Wasser und kannten kein Leid“.
Der Turm ist aus technischer Sicht interessant. Unter der Erde befand sich ein Wasservorrat, und einer der Becken war beheizt, was ein Einfrieren selbst bei starken Frösten verhinderte. Die Höhe des Turms betrug 25,5 Meter, aber der untere Bereich geriet im Laufe der Zeit unter die Erde. Nach der Einstellung seiner Nutzung für die Wasserversorgung wurden die unterirdischen Teile als Keller genutzt.
Bis 1899 waren die Stadtbehörden von Kursk müde, gegen die Unwilligkeit der Bewohner anzukämpfen, sich an die Wasserversorgung anzuschließen. Die Menschen kauften weiterhin Wasser von Wasserträgern, obwohl die Preise gestiegen waren. Die Behörden senkten die Preise für die Wasserversorgung im Zentrum und bauten sechs artesische Brunnen am Stadtrand. 1910 erhielten die Armen Tickets zur Wasserentnahme, da die Landkreise verschmutztes Flusswasser verwendeten.
Die Notwendigkeit für den ersten Turm fiel bis zum Großen Vaterländischen Krieg weg, dank des Baus eines neuen Turms Ende der 1920er Jahre nach dem Entwurf des Architekten Ginev. Der alte Turm verlor an Bedeutung nach der Schließung der Feuerwehrstation im Jahr 1935. In den 1950er Jahren planten die Behörden, ihn abzureißen, aber das geschah nicht. 1989 wurde der „Rote Turm“ als Objekt des kulturellen Erbes anerkannt.
Lange Zeit blieb der Turm verlassen, bis 2014 seine Nachbarin, der „Graue Turm“, für 2 Millionen Rubel verkauft wurde. Der neue Eigentümer plante, dort ein Restaurant zu eröffnen und den „Roten Turm“ zu erwerben, um ein Kunstobjekt zu schaffen. Diese Pläne wurden nicht verwirklicht, aber der erste Wasserturm erhielt einen neuen potenziellen Eigentümer mit eigenen Ideen. Was daraus wird, wird die Zeit zeigen.
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