Bei den Einwohnern und Gästen der Stadt, die mit der klassischen russischen Literatur vertraut sind, besteht kein Zweifel, warum am Kurort ein Denkmal für Lermontow errichtet wurde. Gelendschik wird im Kapitel „Tamani“ des berühmten Romans „Der Held unserer Zeit“ erwähnt. Der Hauptcharakter, Pechorin, plante, diese Stadt zu besuchen, aber es ist nicht genau bekannt, ob Michail Jurjewitsch hier war.
Literaturhistoriker vermuten, dass Lermontow diese Orte 1837 zweimal besucht haben könnte, als sich in Gelendschik der Stützpunkt von Alexei Alexandrowitsch Weljaminow befand. Dieser General spielte eine wichtige Rolle im Leben Lermontows, der für das Gedicht „An den Tod des Dichters“ degradiert und verbannt wurde. Der ehemalige Husar der Leibgarde diente im Nischni-Nowgoroder Dragonerregiment im Kaukasus.
Trotz des Fehlens genauer Daten erzählen die Einheimischen gerne Legenden über Lermontows Besuch in Gelendschik und beschreiben seine Spaziergänge entlang der Küste und durch die Kiefernhaine. Es ist symbolisch, dass in der Nähe dieses Hains ein Gedenkzeichen zu seinen Ehren aufgestellt wurde, das die zweite Variante darstellt.
Das erste Denkmal für Lermontow in Gelendschik wurde 1956 errichtet. Sein Autor war Leonid Torich, ein talentierter Künstler aus Leningrad, bekannt für seine monumentalen Arbeiten in verschiedenen Städten. Die Skulptur wurde aus Beton mit einem Metallrahmen gefertigt und mit silberner Farbe überzogen.
Das moderne Denkmal für Lermontow, das die Einwohner und Touristen sehen, wurde aus einer speziellen Legierung geschaffen und 1991 vom Bildhauer Jurij Dschirbaev aus Petersburg gegossen. Es wurde jedoch erst 1998 nach sieben Jahren Wartezeit in der Werkstatt eröffnet.
Das Denkmal für Lermontow ist zu einem Symbol der Inspiration und einem wiedererkennbaren Element Gelendschiks geworden. Es erscheint häufig auf Souvenirfotos. Die Skulptur besteht aus Kupfer und Bronze, was ihr einen edlen Farbton verleiht. Lermontow ist in voller Größe auf einem Sockel aus hellem Marmor dargestellt, dessen Basis mit grauem Granit geschmückt ist.
Der Dichter ist mit verschränkten Armen auf der Brust dargestellt und schaut nachdenklich auf das Meer. Da der Kaukasus der Ort seiner Verbannung war, vermittelt Lermontows Blick Traurigkeit und Nachdenklichkeit. Er trägt die Uniform eines Offiziers aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und hält eine Schirmmütze in der Hand. Legenden besagen, dass der Bildhauer die Qualen der Kreativität im Gesicht des Dichters eingefangen hat, der ein neues Meisterwerk schafft.
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