Eines der bekannten Villen des vorrevolutionären Rostow am Don ist das Haus von Eva Spilrein, das 1897 erbaut wurde. Dieses Gebäude hat den Status eines Objekts des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung. Darin lebten die Eheleute Spilrein mit ihren Kindern, und die unmittelbare Eigentümerin war die Zahnärztin Eva Markowna Spilrein, die dort auch eine Zahnarztpraxis führte. In diesem Haus verbrachte ihre Tochter Sabina Nikolajewna Spilrein, die später bekannte Psychoanalytikerin, ihre Kindheits- und Jugendjahre, sowie ihre Söhne: den Mathematiker Jan Nikolajewitsch, den Biologen Emil Nikolajewitsch und den Psychologen Isaak Nikolajewitsch.
Das dreigeschossige Gebäude hat eine U-Form und liegt an der roten Linie der Puschkinstraße. In den inneren Flügeln, die zum Hof führen, befanden sich ursprünglich Wohnräume, die vermietet wurden. Im Hof gab es auch einen Eiskeller, eine Kutsche und einen Stall.
Der Architekt des Gebäudes vereinte harmonisch Elemente der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus in seiner Architektur und der Gestaltung der Fassade. Der zentrale Teil der repräsentativen Fassade wird durch eine Auflagerung mit einer zweigeschossigen Loggia hervorgehoben, die mit Pilastern gestaltet ist. An den Seiten der Fassade befinden sich in den Zwischenräumen Lisenen mit östlichem Ornament. Das Erdgeschoss des Gebäudes ist rustiziert. In der Mitte der Fassade befinden sich zwei Bögen (Haupteingang und Zufahrt zum Hof), geschmückt mit Schlusssteinen mit Löwenmasken. Auf dem Entablature der Fassade sind Kartuschen angebracht, auf der zentralen ist das Baujahr des Hauses, 1897, angegeben. Bei der Gestaltung der Fassade wurden auch profilierte Fensterrahmen, Archivolten und dekorative Konsolen verwendet.
Eva Spilrein nutzte das Gebäude nicht nur zum Wohnen, sondern auch als Mietshaus. Vor dem Ersten Weltkrieg befand sich darin das belgische Konsulat in Rostow am Don, und eine der Wohnungen wurde vom türkischen Konsul gemietet. Zu den anderen Mietern gehörten vereidigte Anwälte, Ingenieure und Kaufleute, was das Haus zu einem angesehenen Wohnort machte.
Nach dem Kommen der sowjetischen Macht wurde das Mietshaus beschlagnahmt, und der Familie Spilrein wurde ein kleines Zimmer unter der Treppe des Haupteingangs zugewiesen, in dem Eva Markowna bis zu ihrem Tod im Jahr 1922 lebte. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs wurde das Dach des Hauses teilweise zerstört, aber nach dem Krieg wurde es wiederhergestellt und erneut bewohnt. Heute befindet sich in dem Gebäude das Gedenkmuseum von Sabina Spilrein.
Im Jahr 2002 wurde an der Fassade des Gebäudes eine Gedenktafel angebracht, die vom Rostower Bildhauer B. N. Kondakow gefertigt wurde, mit der Inschrift: „In diesem Haus lebte die berühmte Schülerin von C. G. Jung und Z. Freud, die Psychoanalytikerin Sabina Spilrein 1885, 1942.“
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