Der Mittelpalast befindet sich hinter dem Kleinen Palast an der Birkenallee. Dieses beeindruckende Gebäude wurde von W.I. Baschjenow in den Jahren 1776-1778 erbaut. Die Seitenfassaden sind mit filigranen Emblemen des Wappens des Russischen Kaiserreichs geschmückt. Der Name "Mittelpalast" wurde von Baschjenow selbst erfunden, um auf seine Größe hinzuweisen, die zwischen dem "Kleinen" und dem "Großen" kaiserlichen Palast liegt.
Der Mittelpalast zeichnet sich durch einen reichen weißen Steindekor aus, der an eine geschnitzte Schatztruhe erinnert. Übermäßige Dekorativität ist für das gesamte Ensemble von Baschjenow charakteristisch. Jeder Blickwinkel des Palastes eröffnet neue Eindrücke von der Spielerei architektonischer Formen und Details. Besonders beeindruckend ist der Blick vom Teichhügel, wo das Gebäude an eine Kulisse einer Opernaufführung über romantische Vergangenheit erinnert.
Im 19. Jahrhundert wurde der Palast wegen des zweigeschossigen Festsaals-Galerie an der Parkfassade als Opernhaus bezeichnet. Dieser Saal mit zwei seitlichen Apsiden wurde wahrscheinlich für gesellschaftliche Vergnügungen von Katharina der Zweiten im engen Kreis des Hofes genutzt. Hier fanden Konzerte, Theateraufführungen und Bälle statt. An den hohen Saal schließen sich Flure kleiner Räume auf zwei Etagen an, die mit ihrer Planung und Enge überraschen, was für kaiserliche Gemächer ungewöhnlich ist. Wenn die Räume des Hauptpalastes von Katharina der Zweiten ähnlich waren, ist es verständlich, warum sie 1785 ihre Unzufriedenheit darüber äußerte.
Die Pläne von Baschjenow zur Innenausstattung der Zarin-Gebäude sind unbekannt. Daher wurden bei der Restaurierung des Mittelpalastes in den Jahren 1988-1995 seine Räume ohne farbenfrohe Verzierungen belassen, die im 18. Jahrhundert vorhanden gewesen sein könnten. Infolgedessen erhielt der Festsaal ein einzigartiges Erscheinungsbild, das die Eleganz der Ära Katharinas mit der Askese klösterlicher Räume verbindet.
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