Wazlaw Nijinski, bekannt als der Mensch-Vogel, König der Lüfte und das achte Weltwunder, hinterließ einen bedeutenden Fußabdruck in der Choreografie und im männlichen Tanz, trotz seiner kurzen künstlerischen Karriere. Er eröffnete neue Horizonte der Körperplastik und schlug einen Tanzstil vor, der auf Expressionismus, Präzision und lebhaften Emotionen basierte.
Seine glanzvolle Arbeit im Mariinski-Theater dauerte nur wenige Saisons. Nach der Aufführung der Rolle des Albert im Ballett „Giselle“ in seinem eigenen Kostüm, das von Mitgliedern der kaiserlichen Familie als anstößig empfunden wurde, wurde Nijinski entlassen, weil er sich weigerte, es zu wechseln.
Dann wurde Wazlaw zum Star der europäischen Truppe von Sergei Diaghilev „Russische Saisons“, wo er sich auch als Choreograf bewies, indem er die Ballette „Nachmittagsruhe eines Fauns“, „Heilige Frühlings“ und „Spiele“ inszenierte. Diese Aufführungen waren so innovativ, dass ihre Premieren von Skandalen und einer Spaltung des Publikums in zwei Lager begleitet wurden. Als Tänzer blieb Nijinski unerreichbar und verblüffte das Publikum mit seinen Sprüngen, die die Gesetze der Physik zu brechen schienen: Er schwebte in der Luft und landete sanft auf der Bühne. Jede seiner Rollen war einzigartig, und die Verwandlung war so überzeugend, dass es schwer zu glauben war, dass es sich um denselben Künstler handelte. Die einzige unveränderliche Größe war sein Genie. Der Bildhauer Rodin schuf eine Skizze des Künstlers.
Nach seiner Heirat im Jahr 1913 mit der Ballerina und ungarischen Aristokratin Romola Pulska begann jedoch die Karriere Nijinskis zu zerfallen. Er verließ Diaghilev, und sein Versuch, eine eigene Truppe zu gründen, scheiterte. Ab 1917 hatte er Schizophrenieanfälle, und sein letzter Auftritt auf der Bühne war 1919. Die Krankheit schritt voran, und den Rest seines Lebens verbrachte er in psychiatrischen Einrichtungen. Wazlaw Nijinski starb am 8. April 1950 in London, und 1953 wurde seine Asche auf den Friedhof Montmartre in Paris überführt.
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