Nikolai Nikitich Nikонов war einer der herausragenden Architekten Sankt Petersburgs Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete aktiv im Bereich der Kirchenarchitektur und war als Diözesanarchitekt der Stadt tätig. Zu seinen Werken zählen das Ioannowskij Frauenkloster, das „Brüderhaus“, die Pokrowskaja Kirche in der Borowaja Straße sowie zahlreiche Gebäude und Kirchen in Moskau, Tallinn, Poltawa und auf Walaam.
Nikонов wurde am 8. April 1849 in einer Bauernfamilie im Dorf Onofrevo im Poshchon Bezirk der Provinz Jaroslawl geboren. Im Oktober 1872 trat er als Gasthörer in die Akademie der Künste ein, wurde jedoch 1881 wegen unregelmäßiger Anwesenheit ausgeschlossen. Trotz alledem widmete sich Nikонов erfolgreich dem Bauwesen. Als Autodidakt erreichte er dank seines Talents und seiner Hartnäckigkeit bedeutende Erfolge: Er wurde Assistent des Architekten I. Monighetti, erhielt das Recht zu bauen und den Titel eines Architekten. Nikонов wurde zu einem markanten Vertreter des „russischen Stils“, der seit der Zeit Nikolais I. gesucht wurde. Obwohl in der Kirchenarchitektur normalerweise auf den byzantinischen Stil zurückgegriffen wurde, schöpfte Nikонов Inspiration aus der russischen Architektur des 14. bis 17. Jahrhunderts und der Volksarchitektur, insbesondere in den dekorativen Elementen. Seine Liebe zu leuchtenden Farben führte zur Verwendung von polychromem, glasiertem Keramik, die bei den alten russischen Meistern beliebt war.
Am 14. Mai 1896 wurde Nikонов mit dem Orden des Heiligen Stanislaus 3. Klasse ausgezeichnet und wurde lebenslanges Mitglied der Sankt Petersburger Diözesanbruderschaft. Am 17. November 1906 trat er auf eigenen Wunsch von seinem Posten als Diözesanarchitekt zurück, setzte jedoch seine aktive Arbeit fort. In den Jahren 1909-1915 wurde nach seinem Entwurf in Terijoki (heute Selenogorsk) die Kirche der Gottesmutter von Kasan erbaut. Diese mehrstimmige Kirche mit einem hohen Glockenturm von etwa 50 Metern Höhe ist günstig auf einem Hügel am Eingang von der Primorskoje Chaussee ins Stadtzentrum gelegen.
Der große Architekt verstarb 1918 in Samara, wo er lange Zeit lebte und arbeitete.
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