Petrowskoje, das Stammhaus der Vorfahren von A.S. Puschkin, der Familie Gannibal, wurde 1742 von der Kaiserin Elisabeth Petrowna dem Urgroßvater des Dichters, Generalfeldmarschall Abram Petrowitsch Gannibal, geschenkt.
Das Gut erhielt seinen Namen zu Ehren des Zaren Peter I., mit dem Abram Petrowitsch, bekannt als „Arap Peters des Großen“, eng verbunden war. Unter Gannibal begann hier der Bau: Es wurde ein Herrenhaus mit einem lichtdurchfluteten Raum für seine große Familie errichtet, ein Verwaltungsgebäude für den Verwalter, Dienstgebäude und eine kleine Weinproduktion. Abram Petrowitsch kam oft hierher und kümmerte sich persönlich um die Gestaltung seines Anwesens.
Nach seinem Tod im Jahr 1781 ging das Gut gemäß seinem Testament an seinen zweiten Sohn Abram Petrowitsch, Peter Abramowitsch, über. Er lebte hier ab 1783 bis zu seinem Tod im Jahr 1826. Unter ihm wurde die Entwicklung des Gutes fortgesetzt: Ein neues Herrenhaus wurde gebaut, ein Park im Stil der russischen Gutshaus- und Parkarchitektur des 18. Jahrhunderts angelegt und verschiedene Gebäude errichtet.
Von 1825 bis 1839 lebte in Petrowskoje der Sohn von Peter Abramowitsch, Weniamin Petrowitsch, der ein großer Bewunderer der Puschkin-Poesie und ein enger Freund seiner Eltern war.
Nach dem Tod von Weniamin Gannibal ging das Gut an neue Besitzer über, die nicht mit der Familie Gannibal-Puschkin verbunden waren.
Bis heute sind das alte Haus und andere Gebäude des Anwesens nicht erhalten geblieben, aber der Park, ein hervorragendes Beispiel für Garten- und Parkkunst des 18. Jahrhunderts, ist geblieben. Es wird angenommen, dass sein Entwurf von Abram Petrowitsch selbst stammt.
Im September 1969 verabschiedete der Ministerrat der RSFSR einen Beschluss zur Gestaltung des Puschkin-Naturschutzgebiets, einschließlich der Wiederherstellung des Gannibal-Hauses. Das Haus wurde 2001 auf dem alten Fundament basierend auf archäologischen Ausgrabungen von 1998-1999 und Fotodokumenten aus dem Jahr 1914 rekonstruiert. Das Fundament selbst stammt aus den 1740er Jahren.
Das wiederhergestellte Haus zeichnet sich durch seine Schönheit aus. Das Erdgeschoss besteht aus grob bearbeitetem Stein, der für die Region Pskow charakteristisch ist, während das Obergeschoss aus Balken mit Holzverkleidung gefertigt ist. Das Dach ist mit Schindeln gedeckt und hat einen breiten Saum, der die Terrasse um das Haus im zweiten Stock verdeckt. Man gelangt von außen über die Terrasse ins Obergeschoss, und die Treppen befinden sich an den Ecken des Hauses auf gegenüberliegenden diagonalen Seiten.
Im Haus finden neben der ständigen Ausstellung des Museums auch Wanderausstellungen statt.
Der Petrowski-Park, der von Peter Abramowitsch angelegt wurde, ist der älteste im Naturschutzgebiet. Experten datieren seine Anlage nicht vor 1786. Der Park hat Spuren von Planungsentscheidungen und einzelne Bepflanzungen von den 1750er Jahren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bewahrt. Er erstreckt sich über drei Terrassen, die zum Kutschaner See hinabführen.
In der Nähe des Hauses von A.P. Gannibal ist ein Fragment der doppelten Lindenallee sowie zwei mächtige Ulmen und eine Linde erhalten geblieben, die bereits zu Gannibals Zeiten wuchsen. In der Nähe der Ulme aus dem 18. Jahrhundert, rechts vom Haus, befindet sich ein großer Gutsteich.
Auf einer der Terrassen des Parks befinden sich ein Rasenkreis mit Lindenbüschen und die Hauptlindenallee, die zum Kutschaner See und zur Grotte führt.
Auf dem Gelände gibt es einen Teich mit einer kleinen Insel und einer Rotunde.
Puschkin besuchte oft das Gut Petrowskoje und traf sich mit seinem Cousin. Die Geschichte der Vorfahren von A.P. Gannibal und seiner Söhne interessierte den Dichter immer lebhaft, was sich in seinen Werken widerspiegelt: „An Jazykow“, „Wie der königliche Arap heiraten wollte“, „Der Anfang der Autobiografie“, „Meine Ahnenreihe“, „Arap Peters des Großen“.
Das Haus kann nicht selbstständig besucht werden, die Innenräume sind nur mit einer organisierten Gruppe oder bei einer individuellen Führung zu sehen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.