Im Zentrum Berlins befindet sich ein Gebäude, in dem das Denkmal "Mutter mit totem Sohn" von Käthe Kollwitz aufgestellt ist. Seit 1993 ist dieser Ort das Hauptdenkmal für die Opfer von Krieg und Tyrannei im Land. Zuvor brannte hier das ewige Feuer zum Gedenken an die Opfer des Faschismus, da sich das Wachgebäude des Schlosses Hohenzollern in der sowjetischen Besatzungszone befand.
Das Denkmal von Kollwitz erinnert an die bekannte Szene der Trauer um Christus durch die Jungfrau Maria, die oft in der europäischen Kunst vorkommt. In der UdSSR wurde das Werk von Käthe Kollwitz geschätzt, da sie als Sozialistin galt. Doch die Künstlerin selbst zählte sich weder zu den Sozialisten noch zu den Kommunisten und betrachtete humanistische Ideale als Grundlage ihres Schaffens.
Käthe Kollwitz schrieb über die Revolution in Russland: "Russland eröffnete neue Perspektiven. Von dort kam etwas Neues in die Welt, das mir eindeutig gut erscheint. Selbst wenn es erstickt wird, wurde zumindest für eine gewisse Zeit der Traum wahr, dass edle Bestrebungen die weltlichen Fundamente erschütterten, oder zumindest einen Teil davon. Und allein das kann man als Sieg bezeichnen." Das Interesse der Künstlerin an Russland entstand lange vor der Revolution und war mit der russischen Literatur verbunden, insbesondere mit ihrem einzigartigen Verständnis von Gott. Den Deutschen schienen Kollwitz zu bodenständig, praktisch, Menschen des "Kopfes" und nicht des Herzens. Sie stellte sich die Frage: "Können Menschen, die im selben Land wie Kant geboren wurden, ebenso aufsteigen und angreifen wie die Landsleute von Tolstoi und Dostojewski?"
Eine Kopie ihres Werkes "Trauernde Eltern" ist im Friedenspark bei Rschew aufgestellt. Kriege haben Käthe Kollwitz sowohl ihren Sohn als auch ihren Enkel genommen, und ihre Skulptur fordert Frieden.
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