Am 5. Juni 1798 wurde Fürst Alexei Fjodorowitsch Lwow geboren, ein bekannter Geiger und Komponist, der die Musik der ersten russischen Hymne „Gott schütze den Zaren!“ schuf. Er war der Sohn des Direktors der Hofsänger und begann im Alter von sieben Jahren mit dem Geigenunterricht, wobei er auch Musiktheorie studierte. Im Erwachsenenalter wurde Lwow ein bekannter Geiger und Virtuose. Robert Schumann, der sein Spiel hörte, bemerkte: „Wenn in Russland so gespielt wird wie von Herrn Lwow, dann sollten wir dorthin fahren, um zu lernen.“ Doch lange Zeit war seine Karriere mit dem Staatsdienst verbunden. 1826 wurde er zum Oberstleutnant im Stab des Gendarmenkorps unter Graf Benkendorf ernannt. In dieser Position erregte Lwow die Aufmerksamkeit von Kaiser Nikolai Pawlowitsch, der ihm auftrug, sich mit Angelegenheiten im Zusammenhang mit Reisen zu befassen. 1833 begleitete Lwow Kaiser Nikolai I. auf einer Auslandsreise, wo der russische Monarch mit den Klängen des englischen monarchischen Marsches empfangen wurde, da Russland keine eigene Hymne hatte. Nach seiner Rückkehr beauftragte der Zar Lwow, eine russische Hymne zu schaffen.
Später erinnerte sich Alexei Fjodorowitsch: „Die Aufgabe erschien mir sehr schwierig. Ich wollte eine majestätische, kraftvolle Hymne schreiben, die für alle verständlich ist, mit nationalem Kolorit, geeignet für die Kirche, die Armee und das Volk.“ Als die Musik fertig war, bat Lwow Schukowski, die Worte dazu zu schreiben. Wahrscheinlich wandte er sich an Schukowski, weil dieser 1815 das Gedicht „Das Gebet des russischen Volkes“ verfasst hatte, das in Russland mit der Melodie der englischen Hymne assoziiert wurde.
Am 18. (oder nach anderen Angaben am 25.) Dezember 1833 wurde in Anwesenheit des Kaisers der Hofchor und zwei Militärorchester das neue Werk zum ersten Mal aufgeführt:
Gott schütze den Zaren!
Stark, mächtig,
Regiere zur Ehre, zur Ehre für uns!
Regiere zum Schrecken der Feinde,
Zar der Orthodoxen!
Gott schütze den Zaren!
Nach mehreren Anhörungen sagte Kaiser Nikolai zu Fürst Lwow: „Danke, reizend, du hast mich vollkommen verstanden.“
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