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Lukjanowski Volkshaus

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In Kiew gibt es ein architektonisches Wunder, bekannt als Lukjanowski Terem. Dieses Gebäude erinnert an ein märchenhaftes Schloss und schmückt seit vielen Jahrzehnten die Hauptstadt. Interessant ist, dass es der örtlichen Gesellschaft für Nüchternheit gehörte. Hier befand sich ein kulturelles und aufklärerisches Zentrum, das gegen Alkoholismus kämpfte. Das Haus wurde 1902 im neorussischen Stil mit Elementen der Architektur des 17. Jahrhunderts erbaut. Die Säulen des zweiten Stocks, die Spitzbogenfenster, die Ecken mit Kokoschniks und die lebendige Gestaltung verleihen dem Gebäude das Aussehen eines Terems. Der Name Lukjanowski Haus ist mit seiner Lage im historischen Viertel Lukjanowka verbunden.

In diesem Zentrum für Menschen, die gegen Alkoholismus kämpfen, fanden Vorträge über die Gefahren von Alkohol, Treffen mit Ärzten und Abendkurse statt, in denen verschiedene Berufe gelehrt und bei der Jobsuche geholfen wurde. Außerdem gab es hier eine Volksküche, eine Bibliothek und eine Unterkunft für Reisende. Das Zentrum trug erfolgreich zur Rückkehr vieler Menschen zu einem nüchternen Lebensstil bei.

Doch es gab auch Kuriositäten. Neben dem Haus befand sich ein Weinladen, und manchmal kamen betrunkene Bürger in die Küche und forderten Wodka. Diese Ausfälle gingen den Mitgliedern der Gesellschaft für Nüchternheit auf die Nerven, und sie wandten sich an die Kiewer Verwaltung mit der Bitte, den Laden zu schließen. Danach hörten die Besuche der betrunkenen Scherzbolde auf.

Das Lukjanowski Haus spielte auch eine wichtige Rolle im kulturellen Leben Kiews. 1910 wurde hier das erste Kino der Stadt eröffnet. Die Gesellschaft für Nüchternheit stellte ihre Aktivitäten während des Bürgerkriegs ein. Nach der Verstaatlichung wurde das Gebäude dem Club der Straßenbahnfahrer übergeben, und heute befindet sich hier die Kleine Oper der Ukraine.

Geo-Punkt

Лукьяновский народный дом

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