Das literarisch-heimatkundliche Museum Konstantin Balmont in Schuja befindet sich in einem historischen Gebäude, das früher als Stadtverwaltung diente. Dieses grüne Bauwerk im russischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts zieht mit seinen schönen Fensterrahmungen, reichem Dekor und dem zweifarbigen Zeltdach die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist das erste Museum in Russland, das dem Dichter des Silbernen Zeitalters Konstantin Balmont gewidmet ist. Es wird jedoch nicht nur Liebhaber der russischen Literatur interessieren, da es auch andere Themen abdeckt.
Die Gäste des Museums werden von einer prächtigen Treppe empfangen, die förmlich einlädt, hinaufzusteigen und die Sammlung zu erkunden. Der Grundstock der Ausstellung bildet die heimatkundliche Sammlung, die Exponate zur Natur des Schujaer Bezirks, zur Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner umfasst. Hier kann man das seltene Porträt der Nonne Marfa, der Mutter des ersten Zaren aus der Romanow-Dynastie Michail Fjodorowitsch, das Modell der Schujaer Kremls und Werke lokaler Meister sehen. Auch die künstlerische Sammlung des Museums beeindruckt, ein erheblicher Teil wurde der Schauspielerin Jekaterina Masurova geschenkt, die durch die Filme „Als die Bäume groß waren“ und „Gentlemen der Glück“ bekannt wurde und nach ihrer Karriere nach Schuja zog. In der Sammlung sind Werke von Makowski, Lewitan, seltener Porzellan, eine Sammlung von 542 Eiern, ein Mammutkiefer, ein Damenkostüm des 19.-20. Jahrhunderts, Geldscheine des 18.-20. Jahrhunderts und das Fotoarchiv „Schuja und die Schujaner des 19.-20. Jahrhunderts“ vertreten.
Eines der beliebtesten Exponate ist eine hölzerne Hand für Almosen, die einst an der Wand einer der Kirchen der Stadt befestigt war. Die Münze musste in den Schlitz der Hand gelegt werden, wonach sie in eine Tasche rollte.
Eine große Ausstellung im zweiten Stock ist dem Leben und Schaffen von Konstantin Balmont, einem Sohn des Schujaer Kreises, gewidmet. Hier sind zu Lebzeiten veröffentlichte Ausgaben, Dokumente, persönliche Gegenstände und Autogramme des Dichters ausgestellt. Unter den Exponaten befindet sich das Buch von Harriet Beecher Stowe „Onkel Toms Hütte“ mit Balmonts Autogramm und ein Stift, den er seiner Frau Jekaterina Alexejewna schenkte.
Balmont lebte von 1876 bis 1884 in Schuja, eine Zeit seiner Jugend und frühen Jugend, deren Eindrücke er in dem Gedicht „Drema“ festhielt. Neben den Gegenständen des Dichters sind im Saal Artefakte ausgestellt, die die Atmosphäre jener Zeit vermitteln, Fotos des alten Schuja und typische Alltagsgegenstände einer intellektuellen Familie. Im Museum finden häufig Treffen und kreative Abende statt, an denen Nachkommen des Dichters teilnehmen, die regelmäßig ihre Heimatorte besuchen.
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