Vor hundert Jahren starb in Berlin, im Exil, der russische Staatsmann Alexander Wasiljewitsch Kriwoschein (19. [31.] Juli 1857, Warschau, 28. Oktober 1921).
„Eine seltene Kombination: Takt, Wille, Geduld, Vorsicht und gleichzeitig ein gieriges Streben nach Leben! Unersättliches Interesse an Menschen, menschlichen Charakteren, dem Unbekannten. Kein Idealismus, sondern eine hartnäckige Liebe zur Heimat. Obwohl er keine außergewöhnlichen Talente hatte, besaß er das seltene Talent und den Instinkt eines Baumeisters: die Fähigkeit, die russische Kraft zu sammeln und nicht zu verschwenden. Das Leben schien ihn, den Geschäftsmann, Praktiker, 'Intriganten', wie ihn seine Feinde nannten, zufällig immer höher zu heben. Doch gerade durch seine Sensibilität und Flexibilität wuchs er kontinuierlich, wurde klüger, lernte und wurde ein bedeutender Staatsmann. Begonnen hatte er, wie alle, mit der Jagd nach Erfolg, doch unbemerkt von sich selbst kam er zur Selbstaufopferung“, schrieb I. I. Tchorzewski.
„Ein Mensch von außergewöhnlicher Gelehrsamkeit, Kultur und breitem Horizont, mit klaren Ansichten, konnte er tolerant sein und hatte die seltene Fähigkeit, sich in die Sichtweise anderer hineinzuversetzen, wobei er seinen Gesprächspartner mit außergewöhnlichem Takt überzeugte und alles vermied, was ihn verletzen könnte. Als Angehöriger der Staatsmänner der alten Schule konnte er natürlich nicht zu denen gehören, die bereit waren, die Revolution zu akzeptieren, erkannte jedoch klar die Notwendigkeit, sie zu berücksichtigen. Er wusste, sich an die neuen Arbeitsbedingungen anzupassen, die außergewöhnlichen Impuls erforderten und keine Muster duldeten“, bemerkte P. N. Wrangel.
Alexander Kriwoschein ist auf dem Russisch-orthodoxen Friedhof in Tegel beigesetzt.
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