Die Geschichte und Natur des Perm-Krajes sind von großem Interesse. Zur Erforschung und Präsentation der gesammelten Materialien gründete die Stadtverwaltung 1909 das Kungurer Heimatmuseum, das zwei Jahre später eröffnet wurde. Die erste Ausstellung war dem Andenken an K. T. Chlebnikov, einen Kaufmann und Reisenden, der die lokalen Karsthöhlen erforschte, gewidmet. Seit 2006 gibt es das Kungurer historisch-architektonische und künstlerische Museum-Reservat, das das Heimatmuseum, das Kaufmannsgeschichtemuseum und das Kunstmuseum sowie eine wissenschaftliche Bibliothek vereint.
Acht Ausstellungen sind in einem zweigeschossigen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert am Ufer des Flusses Sylva untergebracht. Der Saal der archäologischen Funde enthält Gegenstände aus Ausgrabungen alter Dörfer und Lagerstätten und beleuchtet ausführlich die Feldzüge von Jermak, die Gründung von Kungur und die Verteidigung gegen die Pugatschow-Rebellen. Besonders interessant ist der „geheime Stein“, auf dem angeblich eine Karte mit den Orten von Schätzen eingraviert ist. Daneben sind Alltagsgegenstände und prächtige russische, tatarische und mariische Volkskostüme ausgestellt. Im Bereich der Religionen kann man seltene Artefakte, eine Holzskulptur des gekreuzigten Christus und bronzierte Ikonen sehen.
An der Schwelle zum 19. und 20. Jahrhundert blühte Kungur dank der Entwicklung der Leder- und Fayence-Industrie auf. Im Museum kann man die Innenräume von Werkstätten und Wohnräumen jener Zeit, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände sehen. Der Stolz der Sammlung ist eine 122-mm-Haubitze aus dem Ersten Weltkrieg. In der Ausstellung der sowjetischen Periode der 20er und 30er Jahre sind Plakate und Aushänge, Fotografien und Dokumente über Repressionen sowie die Geschichte der Pionierorganisation zu sehen.
Während des Großen Vaterländischen Krieges wurde in dem hinteren Kungur eine große Schuhproduktion aufgebaut. Eines der Exponate, eine Nähmaschine, ist abgenutzt von unzähligen Sohlen von Stiefeln und Stiefeln.
Zwei Säle sind der Natur des Kungur-Krajes gewidmet. Beeindruckend sind die Gravur aus dem 18. Jahrhundert mit einem Plan und Schnitt des unterirdischen Labyrinths sowie die Diorama der Eishöhle. Wunderschön ausgeführte Präparate von Tieren und Vögeln sehen lebendig aus.
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