Heute bieten viele Geschäfte Waren an, die zur Hälfte aus Massenprodukten bestehen, hauptsächlich aus China. Man kann alles kaufen, aber oft lässt die Qualität zu wünschen übrig. Im Streben nach Massenproduktion und Kostensenkung achten die Hersteller nicht immer auf die Qualität der Produkte. Zum Beispiel gibt es auf Sportschuhe nur eine Garantie von 60 Tagen. Während im Russischen Kaiserreich die Schuhmacher ihren Kunden eine Garantie von 5 Jahren gaben. Das lag daran, dass sie ihre Ehre und ihren Ruf schätzten. Wenn man einmal betrügt, kommt niemand mehr zu dir. Vor hundert Jahren wusste jeder, wo der beste Meister seines Fachs lebte, sei es ein Löffelschnitzer, Töpfer, Ofenbauer, Schneider oder Schuhmacher.
In jenen Zeiten waren die Meister aus der Stadt Kimry in der Twer-Region für ihre hervorragenden Schuhmacherfähigkeiten bekannt. Besonders hervorstach ein älterer Handwerker namens Onkel Dema. Zeitgenossen erinnerten sich, dass seine Stiefel niemals nass wurden. Erst im Alter offenbarte er das Geheimnis seines Könnens. Es stellte sich heraus, dass er die Sohle über Tannenzweigen erwärmte, sie mit Wachs durchtränkte und feinen Sand eindrückte, wodurch eine robuste schützende Quarzschicht entstand. Eine solche Sohle rutschte selbst auf Glatteis nicht. Bei nassem Wetter blieb das Schuhwerk von Onkel Dema dank einer speziellen Mischung aus Schmalz, Wachs und Baumharz trocken. Der Meister behauptete, dass man in seinen Stiefeln "über den See gehen kann, als wäre es das Land". Er gab eine Garantie von 5 Jahren, aber es kam vor, dass die Leute sie fast ein Leben lang trugen.
Einige Forscher glauben, dass die fünfjährige Garantie bei vielen Handwerkern aus einem einfachen Grund traditionell war: Die Schärfe der Messer hielt nur so lange, und nach 5 Jahren mussten sie ersetzt werden. Erstaunlich ist, dass auch einige Schneider versprachen, dass ihre BHs, Hemden und Strümpfe 5 Jahre halten würden. Aber warum das so ist, bleibt wie bei den Schuhmachern ein Rätsel.
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