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Katholischer Dom St. Clemens

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Die Geschichte des katholischen Doms in Saratow, der zu Ehren des heiligen Clemens geweiht wurde, ist eng mit dem Schicksal der deutschen Kolonisten verbunden, die nach dem Manifest von Katharina II. nach Russland kamen. Diese Siedler, überwiegend Katholiken und Lutheraner, begannen, ihr Leben unter neuen Bedingungen zu gestalten und gründeten Siedlungen, von denen eine die deutsche Siedlung in Saratow wurde. Im Jahr 1805 wurde hier die erste katholische Kirche erbaut, die zum geistlichen Zentrum der Gemeinde wurde. Es war ein Holzgebäude, das an einer Straße stand, die später als Deutsche Straße bekannt wurde.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die katholische Gemeinde in Saratow bedeutende Veränderungen. Im Jahr 1852 genehmigte Papst Pius IX. die Gründung des römisch-katholischen Bistums Cherson, dessen Residenz die Stadt Tiraspol sein sollte. Aufgrund fehlender geeigneter Infrastruktur in Tiraspol wählte der erste Bischof Ferdinand Gelanus Kan Saratow als vorübergehende Residenz. Bald wurde Saratow zum faktischen Zentrum des Bistums Tiraspol, das riesige Gebiete umfasste, einschließlich der Gouvernements Taurien, Jekaterinoslaw und Cherson sowie des Kaukasus.

Seit 1856 wurde die Holzkapelle in Saratow mit Ziegeln verkleidet und in eine Kathedrale umgewandelt. Trotz ihres Status blieb die Kathedrale jedoch eine der ärmsten in der katholischen Welt. Im Jahr 1873 begann die Sammlung von Mitteln für den Bau einer neuen Kathedrale, deren Entwurf der Architekt M.N. Grudistov erstellte. Der Bau des steinernen Gebäudes im neugotischen und romanischen Stil unter der Leitung des Architekten K. Nevsky wurde 1880 abgeschlossen. Die neue Kathedrale, die zu Ehren des heiligen Clemens geweiht wurde, wurde zur architektonischen Dominante der Deutschen Straße.

Die Innenräume der Kathedrale beeindruckten durch ihren Reichtum. Die Innenausstattung wurde vom Bildhauer Bodrow und dem Künstler Kireev ausgeführt. In der Kathedrale befand sich eine Orgel, die von dem berühmten Warschauer Meister Potelski gefertigt wurde. Nach der Revolution von 1917 wurde der Tempel jedoch der katholischen Gemeinde entzogen und erheblichen Veränderungen unterzogen. Im Jahr 1938 wurde das Gebäude umgebaut, um das Kino „Pionier“ unterzubringen, und sein architektonisches Erscheinungsbild wurde den ideologischen Anforderungen der Zeit angepasst.

Trotz zahlreicher Umbauten und des Verlusts des ursprünglichen Erscheinungsbildes hat das Gebäude seine historische Bedeutung bewahrt. Ende des 20. Jahrhunderts wurden Versuche unternommen, ihm sein ursprüngliches Aussehen zurückzugeben, aber diese blieben erfolglos. Heute dient das Gebäude der ehemaligen Kathedrale als Ausstellungs- und Multimediazentrum und bewahrt in seinen Mauern die Erinnerung an die reiche und komplexe Geschichte der katholischen Gemeinde Saratows.

Geo-Punkt

Католический собор святого Климента

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